Fritz J. Raddatz
27.9. 20.00 Uhr Literaturhaus, Schwanenwik 38
Eintritt: 20.-/15.- DM.
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Die „unvergleichliche Kohabition von
Paradiesvogel und Provokateur, Polemiker und Exzentriker, Connaisseur und
Moralist, Selbstdarsteller und Querdenker, engagiertem Intellektuellem und
Dandy“ (Ursula Keller), die sich da in einer Person zu einem fröhlichen
Aufstand gegen das Mittelmaß, gegen das Kleine und Alltägliche zusammenfinden,
hat manchen Skandal provoziert und ist bis heute Sand im Getriebe des auf
Konsens abbonierten Literaturbetriebs. Seine Buchveröffentlichungen, insgesamt weit über
20 Bände, umfassen Biographien, Essays, Gespräche, Portraits, Romane und
Erzählungen, dazu kommen zahllose Feuilletons. In den 70er und 80er Jahren war
er einer der einflussreichsten Literaturkritiker der Bundesrepublik, einer „der
ganz großen Feuilletonchefs der deutschen Zeitungsgeschichte“ (Frank
Schirrmacher). Dass Fritz J. Raddatz, der Kritiker und Wissenschaftler,
dann auch
noch als Schriftsteller erfolgreich war, wollte man ihm hierzulande
anfänglich kaum verziehen. Doch sein inzwischen umfangreiches
Prosawerk, das vorwiegend von dem vom Faschismus geprägten Deutschland erzählt,
spricht für sich: die als Entwicklungsgeschichte angelegte,
international erfolgreiche Romantrilogie „Kuhauge“ (1984), „Wolkentrinker“
(1987) und „Abtreibung“ (1991), der Roman „Gestörte Balance“ (1996) und
schließlich die Erzählung „Ich habe dich anders gedacht“, die in diesen Wochen
erschienen ist. Fritz J. Raddatz wird in diesem Herbst sicher auch in Hamburg
noch aus seinem neuen Buch lesen, doch vorher darf gefeiert werden: zum 70.
Geburtstag gratuliert im Literaturhaus Günter Grass, der Texte des Jubilars
lesen und über ihn sprechen wird, Fritz J. Raddatz liest aus unveröffentlichten
Tagebüchern, und Angelika Thomas und Andreas Pietschmann singen und sprechen
Texte von Tucholsky, begleitet am Klavier von Michael Jan Haase.
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