| Globaler Lesestoff Drei Auflagenmillionäre und ihre neuen Romane |
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![]() Paulo Coelho 15.9. 13.00-15.00 Uhr Thalia Buchhandlung, Große Bleichen 19. (Signierstunde!). Umberto Eco 20.9. 20.00 Uhr, St. Johannis-Kirche, Turmweg/Ecke Heimhuder Straße. Eintritt: 20.-/15.- DM Ken Follett 26.9. 20.45 Uhr Buchhaus Weiland Wandsbek, Quarree 8-10. |
Die Semiotik, hat Umberto Eco einmal gesagt, sei „die Disziplin, die alles untersucht, was man zum Lügen verwenden kann“. Und Baudolino, der Titelheld seines neuen Romans, bringt eine natürliche Begabung für diese Wissenschaft von den Zeichen mit, denn er ist vor allem eines: voller phantastischer Ideen und folglich ein begnadeter Lügner. 20 Jahre nach seinem Erfolgsroman „Der Name der Rose“ (1980), von dem weltweit 25 Millionen Exemplare verkauft wurden, ist Umberto Eco mit „Baudolino“, nach den Romanen „Das Foucaultsche Pendel“ und „Die Insel des ersten Tages“, die in unserer Zeit und im Barock spielen, wieder in die Welt des Mittelalters zurückgekehrt. Wie wohl kein anderer kennt sich der „kosmopolitische Geistes-Multi mit Stammsitz in Mailand“ (Der Spiegel), der renommierte Wissenschaftler, Semiotiker, Philosoph, Essayist und Autor in der schillernden Epoche Barbarossas (1122–1190) aus, in der Zeit der Kreuzzüge und des Kampfes zwischen Kaiser und Papst. Im Rückblick lässt er den Bauernsohn Baudolino, benannt nach dem Schutzheiligen San Baudolino von Ecos Geburtsstadt Allesandria, seine Lebenserinnerungen erzählen. Und die haben es in sich, denn Baudolino begegnet 1154 als Dreizehnjähriger Barbarossa. Der lässt ihn ausbilden, nimmt ihn mit zur Kaiserkrönung nach Rom und endlich auch auf die Suche nach dem mythischen Reich des Priesterkönigs Johannes: auf den großen Kreuzzug. Umberto Eco spielt in seinem Roman mit den alten Mythen und Utopien der abendländischen Kultur, sogar der im Dunklen gebliebene Tod Barbarossas findet in den Erzählungen Baudolinos seine späte Aufklärung. Am 20. September liest Umberto Eco in der St. Johannis-Kirche in Harvestehude aus seinem Roman, den deutschen Text liest Christian Brückner. Der brasilianische Schriftsteller Paulo Coelho gilt neben García Márquez als der meistgelesene lateinamerikanische Schriftsteller der Welt. Mit seinem Roman „Der Alchimist“, der Geschichte des andalusischen Hirten Santiago, „der von Saint-Exupérys kleinem Prinzen die Fähigkeit hat, mit dem Herzen zu begreifen“ (FAZ), hat er ein Buch „voller Poesie“ (Die Welt) und „sagenhaft weise“ (Corriere della Sera, Mailand) geschrieben. Nobelpreisträger Kenzaburo Oe bezeichnete Coelho als einen „Alchimisten der Literatur“. Und tatsächlich grenzt der Erfolg seiner Bücher an Magie: In 45 Sprachen wurden sie übersetzt und in 120 Ländern in einer Auflage von 31 Millionen Exemplaren verkauft. Damit gehört Coelho zu den weltweit meistgelesenen Autoren überhaupt. In seinem neuen Roman „Der Dämon und Fräulein Prym“ geht es, wie immer bei Coelho, um große Themen: Verlust, Angst und den mutigen Umgang mit sich selbst. Ein geheimnisvoller Fremder stört eines Tages den Frieden von Bescos, einem kleinen Dorf in den Pyrenäen. Mit sich führt er elf Goldbarren und einen merkwürdigen Schatten, in dem die greise Berthe, die vor ihrem Haus am Dorfeingang sitzt, sofort den lange angekündigten Dämon erkennt, der Bescos in den Untergang treiben soll. Ähnlich wie in Friedrich Dürrenmatts weltberühmtem Stück „Der Besuch der alten Dame“, das Coelho zu der Grundidee seines Romans inspirierte, macht der Fremde der hübschen Chantal ein verführerisches Angebot und verlangt im Gegenzug eine grausige Tat: einen Mord. Mit „Der Dämon und Fräulein Prym“ schließt Coelho seine Trilogie über die Liebe („Am Ufer des Rio Piedra saß ich und weinte“), den Tod („Veronika beschließt zu sterben“) und die Macht („Der Dämon und Fräulein Prym“) ab. Am 15. September signiert Paulo Coelho seinen Roman von 13.00 bis 15.00 Uhr in der Thalia Buchhandlung (Große Bleichen 19). Auf der Website www.daszweitegedaechtnis.de wirbt der Lübbe-Verlag für den neuen Roman des britischen Bestsellerautors Ken Follett: mit einem Gewinnspiel, Auszügen aus dem Roman, einem Gästebuch, den Terminen für Lesungen und manchem mehr. Die Website wird sicher nicht nur als Werbemaßnahme wahrgenommen, sondern als gern angeklickter Service von zahllosen Lesern genutzt, die dem Erscheinen von Ken Folletts neuem Roman entgegenfiebern. Allein die deutsche Gesamtauflage der Romane des internationalen Literaturstars beträgt über 15 Millionen Exemplare, sein bisher erfolgreichster Roman „Die Säulen der Erde“ (1990) hielt sich sechs Jahre lang in den deutschen Bestsellerlisten. Ein Erfolg allerdings, der sich für Follett nicht einfach so einstellte, sondern hart erarbeitet war: insgesamt 11 Kriminalromane hat er bei Taschenbuch-Verlagen veröffentlicht, bis sein Roman „Die Nadel“ erschien, der verfilmt wurde und bis heute in 30 Sprachen lieferbar ist. Folletts neuer Roman „Das zweite Gedächtnis“ erzählt die Geschichte von einem Mann, der 1958 in einer öffentlichen Toilette aufwacht, sich an nichts erinnern kann und verzweifelt versucht, sein Leben zu rekonstruieren. Bald wird im klar, dass er Dinge weiß, die nur Experten wissen können, Details über Raumfahrttechnik etwa. Zudem bemerkt er, dass man ihn verfolgt, er jedoch sehr geübt darin ist, sich seiner Haut zu wehren. Nach und nach begreift er, dass der Verlust seiner Erinnerung nicht auf natürlichen Ursachen beruht. Mehr soll hier nicht verraten werden. Ken Follett liest am 26. September um 20.30 Uhr im Buchhaus Weiland Wandsbek aus seinem neuen Thriller, die NDR-Redakteurin Margarethe von Schwarzkopf moderiert und übersetzt.zurück
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