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23.6. Stefan Beuse, Hotel Wedina.

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1200 Bücher gibt es über Hamburg, "weit mehr als über jede andere europäische Stadt", erfährt man gleich zu Beginn dieser "Gebrauchsanweisung für Hamburg". Da darf man schon die Frage stellen, warum man gerade dieses eine lesen soll. Stefan Beuse ist ein "Quiddje", ein Zugereister also, der, so erfährt man schon auf dem Buchcover, sein Hamburg und ganz besonders den "unerklärlichen Lockruf" der Kräne liebt. Und Stefan Beuse ist ein Schriftsteller, der Geschichten erzählen kann, die die alltäglichen Abgründe durch feine Ironie zu tarnen wissen, so etwa in seinem Erzählband "Wir schießen Gummibänder zu den Sternen" oder in dem Roman "Kometen". Auch für seine Besichtigungstour durch die Kulissen und über die Bühnen der Hansestadt vertraut der Westfale und Wahl-Hamburger auf das, was er besonders gut kann und erzählt Geschichten: etwa jene aus der Kantine des Axel-Springer-Verlags, in der sich angeblich seit vielen Jahren jeden Tag pünktlich um halb eins zum Mittagessen ein Herr und eine Dame an reservierten Tischen gegenübersitzen, ohne sich je anzusehen, ohne je miteinander zu sprechen. Eine treffendere Hamburger Liebesgeschichte gibt es vermutlich nicht. Bei geläufigeren Hamburg-Klischees, wie dem der zurückhaltenden Pfeffersäcke, spart der Autor allerdings nicht mit Spott: "Wenn's um Geld geht, kennt die Hanseatenseele weder Freunde noch Verwandte. Ganz zu schweigen von Ikonen. Hamburger wären sogar in der Lage, im Michel einen McDrive zu eröffnen - ohne mit der Wimper zu zucken." Recht hat er, der Stefan Beuse. Nur in Hamburg ist es möglich, dass der Blick auf das Wahrzeichen der Stadt, wie in den letzten Monaten geschehen, einfach verbaut wird: business as usual, so lautet die Hanseaten-Devise.
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