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Mittwoch 25.04.2012


Vattenfall Lesetage

Geschichte einer Selbstbehauptung

Andreas Altmann
Andreas Altmann, Foto: Wolfgang Schmidte
„ICH bin NICHT jener Andreas Altmann, der Gedichte veröffentlicht! ICH habe kein EINZIGES Gedicht geschrieben!“ So heißt es auf der Website eben jenes, hier gemeinten Reiseschriftstellers Andreas Altmann, bevor man dann über das gute Dutzend all der Bücher hinwegscrollen kann, die er schon veröffentlicht hat. Für seine Reisereportagen ist Altmann u.a. mit dem Egon-Erwin-Kisch-Preis ausgezeichnet worden, er ist einer der bekanntesten und angesehensten Autoren seines Fachs. Im Spätsommer hat er nun ein Buch mit Kindheits- und Jugenderinnerungen veröffentlicht, mit dem er viele Leser und auch die Kritik begeistert. Es heißt: „Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend“. Erzählt wird, wie so oft in der Deutschen Gegenwartsliteratur, aus der beschaulichen deutschen Provinz. Bei Altmann erweist sie sich als Ort des Schreckens. „Ein gutes Buch übers Schlechte. Und darüber, wie einer gerade noch davonkam“, schwärmte „Deutschlandradio Kultur“ und in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ hieß es, dass sich „Besseres aus einer Scheißkindheit kaum machen lässt“. Altmann blickt in seinem Buch zurück auf einen Vater, der als psychisches Wrack aus dem Krieg zurück kam und ihn bis zur Bewusstlosigkeit prügelte und auf eine Mutter, die zu schwach war, um den Sohn zu schützen. Erst als Jugendlichem gelangen ihm die Flucht – und der Absprung in ein Leben jenseits des Opferstatus. Im Kulturgut Gaußstraße stellt Andreas Altmann das großartige Buch einer bewegenden Selbstbehauptung vor. Moderation: Evelyn Finger.

Ort: Kulturgut Gaußstraße, Gaußstr. 190, 19.00 Uhr. Eintritt: 7.- Euro. Karten unter Tel.: 01805 / 969 000 123 (Ortstarif) oder unter vattenfall.de/lesetage und an allen bekannten Vorverkaufsstellen.