Mittwoch 09.05.2012


Lesung mit John Banville

„Unendlichkeiten“

John Banville
John Banville, Foto: Vittoria della Mente
Der irische Schriftsteller John Banville steht in einer Tradition der modernen Literatur, die der Stringenz des Erzählten geringere Bedeutung beimisst und keine so einfache und klare Trennung zwischen Realität und Phantasie, zwischen Lüge und Wahrheit vornimmt, wie wir es aus gängigen Unterhaltungsromanen kennen. Seine Literatur setzt gegen das plane realistische Wahrnehmungskonstrukt ein vielschichtig oszillierendes Spektrum aus Phantasien und realistischen Situationen, durch die sich unsere Selbstwahrnehmung und der Blick auf unsere Umwelt, insbesondere in einer Lebenskrise, vielleicht sehr viel treffender beschreiben lässt. In seinem neuen Roman erzählt er von einem langen Sommertag in einem Herrenhaus in Irland: Adam Godley liegt im Sterben, Grund genug für seinen Sohn Adam jun. und seine Tochter Petra, Ressentiments über Bord zu werfen und ihren Vater und ihre erheblich jüngere Mutter Ursula noch einmal zu besuchen. Was die Godleys nicht wissen: Ihr Familientreffen wird von den Göttern beobachtet, die sich nicht scheuen, korrigierend und bisweilen boshaft einzugreifen. Erzählt wird der Roman von niemand Geringerem als Hermes, doch auch Zeus und Pan sind mit von der Partie. Sie lassen es sich nicht nehmen, in das Leben der Sterblichen einzugreifen, mal unterstützend, mal verwirrend und spöttisch. Einen „grandiosen Roman voller Leben, Weisheit, Grausamkeit und Zärtlichkeit“ (HR) verspricht uns die Literaturkritik mit Banvilles „Unendlichkeiten“ und ein „Feuerwerk origineller Sprache“ (Die Welt) auch. Im Literaturhaus stellt John Banville seinen Roman vor. Den deutschen Text liest Martin Maria Blau. Moderation: Julika Griem.

Veranstalter: Literaturhaus. Schwanenwik 38, 19.30 Uhr. Eintritt: 10.-/8.- Euro.