Sonntag 03.10.2021


15. Hamburger Comicfestival

»Panel Walk«, Comic-Messe, Lesungen und vieles mehr

Comicfestival_2021_Karte_Panel_Walk
Die Karte zum Panel Walk des 15. Hamburger Comicfestivals
Ganz am Anfang dieses großen Parcours steht ein E in eckigen Klammern und dahinter »Eröffnung«, bevor es in 34 Stationen in St. Pauli, dem Karoviertel, der Neustadt und dem Schanzenviertel von einem »Tunnel« über ein vogelartiges Geschöpf, das als »The Artist« unterwegs ist und »Die Gespenster der DDR« bis zum »Einsamsten Cowboy im Wilden Westen« und dem finalen »Collecto Ergo Sum« einen tollen Querschnitt dessen zu entdecken gibt, was die Comicszene derzeit so umtreibt. Ein Festivalzentrum, eine Comic-Messe, Lesungen, Signierstunden, Podien und Workshops, all das steht in diesem Jahr aber auch wieder auf dem Festivalprogramm des Hamburger Comicfestivals.

Es ist eine tolle Idee, mit der das Comicfestival schon im vergangenen Jahr, trotz der Einschränkungen durch die Pandemie, ein großes Programm vorstellen konnte: Ein Spaziergang durch die Stadt lädt als »Panel Walk« zu einer Entdeckungstour in die Welt der sprechenden Bilder. In Schaufenstern, Ladenlokalen, Cafés und Galerien werden Ausstellungen mit Arbeiten der höchst umtriebigen Hamburger Comicszene gezeigt, aber auch Werkschauen national und international erfolgreicher Künstler:innen sind im Programm. Zum Festivalauftakt ist in der Galerie LaDøns im Gängeviertel am 1. Oktober die israelische Comic-Künstlerin Rutu Modan zu Gast, sie stellt ihren neuen Comic »Tunnel« (Carlsen Verlag) vor, der eine grandiose Gesellschaftssatire und politische Abenteuergeschichte über den israelisch-palästinensischen Konflikt erzählt. Ein weiteres Highlight des Festivals ist der Besuch des britischen Comiczeichners Joe Kessler, der in seinem international gefeierten Comic »Prisma« (Edition Moderne) lustvoll die Möglichkeiten der sequenziellen Bilderzählung auslotet. Mit dem dritten Band ihrer erfolgreichen Reihe »The Artist« (Reprodukt) und einer großen Einzelausstellung ist Anna Haifisch zu Gast. Die Leipziger Comiczeichnerin wurde im vergangenen Jahr mit dem Max-und-Moritz-Preis als »Beste deutschsprachige Comic-Künstlerin« ausgezeichnet. International bekannt wurde sie mit einem vogelartigen Wesen, das sich mehr oder weniger erfolglos im Kunstbetrieb bewegt und in seinen Schaffens- und Sinnkrisen mit den grundlegenden Fragen des Daseins konfrontiert ist. In mehreren Gruppenausstellungen war Nadine Pedde auch zuvor schon beim Comicfestival vertreten, in diesem Jahr widmet das Festival der Preisträgerin des Hamburger Literaturpreises in der Kategorie Comic 2020 eine Einzelausstellung. In ihrem Comic »Gespenster der DDR« erzählt die freischaffende Zeichnerin und Illustratorin, die an der HAW Hamburg studierte, in lockeren, detailreichen Buntstiftzeichnungen von dem Schriftsteller Thomas Brasch, der nach seinem Vater und nach der DDR sucht und dabei auf dem Mond landet.
Einen bunteren Herbstspaziergang als den »Panel Walk« des Hamburger Comicfestivals gibt es in diesem Oktober vermutlich nirgendwo sonst in Deutschland, da kann man abschließend nur sagen: »Kommt in die Gänge!«

https://comicfestivalhamburg.de, 01.10. bis 03.10., 15. Comicfestival Hamburg





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