Mathias Enards neuer Roman »Das Jahresbankett der Totengräber«
Svenja Flaßpöhlers »Sensibel«
Svenja Flaßpöhlers »Sensibel«

Mittwoch 15.12.2021


Vortrag und Diskussion

»Gendern: Richtig sinnvoll oder blödsinnig lästig?«

Fast zwei Drittel aller Bürger:innen lehnen das Gendern Umfragen zufolge ab. In Medien, Institutionen und auch in staatlichen Einrichtungen in Deutschland wird dagegen immer häufiger munter drauflos gegendert. Und dabei kommt längst nicht nur das Gendersternchen zum Einsatz, sondern es werden auch Wörter neu erfunden.

Wenn aus dem Strichmännchen ein Strichfigürchen und aus dem Strohmann ein Strohmensch wird, wenn im Frühling nicht etwa nur die Störche zurück an der Elbe sind, sondern auch die Störchinnen und die »Vertreter*innen« der »besonders geschützten Erdkröte« sich auf eine Wanderung begeben, dann sind wir mittendrin in der Debatte ums Gendern. Die Frage wie sinnvoll es ist, wenn ein Esel sich auf der Weide zu seiner Eselin gesellt, während Gast und Gästin mit Kind und Kegel*innen für einen Besuch auf dem Ferienhof einchecken, beantwortet die deutsche Grammatik ganz eindeutig: Es ist falsch und zudem völlig überflüssig. Gleichzeitig gibt es zahlreiche Untersuchungen, die ebenso eindeutig nachweisen, dass das generische Maskulinum, mit dem im Deutschen geschlechtsübergreifend Personenbezeichnungen gemeint sind, etwa bei Wörtern wie Tourist, Pilot oder Leser, nicht funktioniert. Wenn von den »Bürgern« einer Stadt die Rede ist, werden Frauen eben nicht automatisch mitgedacht, obwohl grammatikalisch nicht nur Männer angesprochen werden. Aber gilt das auch für die hier genannten Beispiele aus dem Tierleben? Und sollten wir dann nicht auch sonst in einem möglichst großen Aufwasch für politisch korrektes Deutsch im Alltag sorgen? Was kann man dafür tun, damit in Zukunft Jeder und Jede sprachlich abgebildet wird? Führt das Gendern tatsächlich zu einer gerechteren Gesellschaft? Oder zerstört es unsere Sprache und treibt uns am Ende gar auseinander? Im Forum der Körber-Stiftung diskutieren der Lehramtsstudent Lukas Honemann, der Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch, die queere Persönlichkeit Nathaniel Klaus Schuster. Moderation: Daphne Sagner.

KörberForum, Kehrwieder 12, 19.00 Uhr, Anmeldung ab 1.12. auf https://www.koerber-stiftung.de/veranstaltungsuebersicht/gendern-richtig-sinnvoll-oder-bloedsinnig-laestig-3290





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