Milena Michiko Flašar, Foto: Julius Erler
Ein besonderes Merkmal der Bücher der Wiener Autorin Milena Michiko Flašar ist, dass sie ein Glossar erhalten, in dem sie die japanischen Begriffe erklärt, die sie verwendet. Fast alle Bücher der 1980 in St. Pölten als Tochter einer japanischen Mutter und eines österreichischen Vaters geborene Schriftstellerin spielen in Japan und so ist es auch bei dem neuen Erzählband »Der Hase im Mond« (Wagenbach), den sie in der Buchhandlung Lüders vorstellt. Milena Michiko Flašar erzählt von einem Schriftsteller mit Schreibblockade, der sich in eine Füchsin verliebt, von ehemals Liebenden, die aus Langeweile zu Voyeuren werden, von einer Frau, die rein medial vom Tsunami ergriffen wird, von zwei Freunden, die sich über einem ethischen Disput betrinken, oder einem passionierten Leser, dem erst der Bruder, dann die Frau auf völlig rätselhafte Weise abhandenkommen. Und im Glossar erfährt man dann, dass die titelgebende Metapher »Der Hase im Mond« tatsächlich eine mythologische Gestalt ist, die sich auf der Mondoberfläche abzeichnet.