Maria Stepanova, Foto: Ekko von Schwichow
Die in Berlin lebende, vielfach ausgezeichnete russische Schriftstellerin Maria Stepanova liest aus ihrem im Sommer 2023 spielenden, autofiktionalen Roman über den »Absprung« einer Schriftstellerin, die seit einigen Monaten im europäischen Exil lebt. Als sie eine Einladung zu einer Lesung bei einem Festival im Nachbarland erhält, erlebt sie eine Reise voller Pannen, der vorgesehene Anschlusszug existiert nicht, das Ladekabel des Telefons geht verloren und dem Grenzbahnhof in F. wird sie von niemandem erwartet, der Kontakt zu den Veranstaltern ist schlicht abgebrochen. Die Lage erfüllt sie mit Erleichterung. M. durchstreift die Stadt, und was ihr begegnet, sind lauter Freiheitsversprechen – ein Escape Room, ein Wanderzirkus, eine flüchtige Bekanntschaft – und am Ende die langersehnte Chance, ihre Identität loszuwerden und zu verschwinden. Aber kann das gelingen?