Veranstaltungen

Donnerstag, 17.01.2013


Lesung und Gespräch über die Gruppe 47

Von der Literaturwerkstatt zur literarischen Börse

Helmut Böttiger
Helmut Böttiger, Foto: Cordula Giese
Am 10. September 1947 trafen sich die Autoren Hans Werner Richter, Wolfgang Bächler, Isolde und Walter Kolbenhoff, Alfred Andersch, Wolfdietrich Schnurre, Nicolaus Sombart, Günter Eich u. a., um die literarische Zeitschrift „Skorpion“ zu gründen, erhielten dafür von den Besatzungsmächten in Deutschland aber keine Publikationslizenz. Stattdessen wurde das Treffen zur Gründungsveranstaltung der „Gruppe 47“, einer Institution Nachkriegsdeutschlands, die unseren Literaturbetrieb quasi erfunden und die politische Öffentlichkeit bis weit in die 1980er-Jahre hinein mitgeprägt hat. Charakteristisch für die Arbeits- und Diskussionsatmosphäre der Autorengruppe wurde die unausgesprochene Dominanz Hans Werner Richters, der zu den Treffen einlud, die demonstrative Nicht-Organisation, die Härte und Offenheit der Kritik und das Verbot an den lesenden Autor, sich zu verteidigen. Dieses Zeremoniell wurde auch dann noch eingehalten – wenn auch nicht immer eingelöst – als die Gruppe 47 von der Werkstatt eines Schriftstellerkreises zur literarischen Börse mutiert war. Zu den Treffen kamen bald Verlagslektoren, Rundfunkjournalisten und Publizisten und auch Verleger nahmen teil. Gleichzeitig ebnete die Gruppe 47 insbesondere jungen Schriftstellern den Weg in die literarische Öffentlichkeit. Zum wichtigsten Literaturpreis im Nachkriegsdeutschland wurde der bei den Treffen bald schon vergebene „Preis der Gruppe 47“. Günter Grass erhielt die Auszeichnung 1958 für seinen Roman „Die Blechtrommel“ und wurde nicht zuletzt deshalb schlagartig berühmt. Günter Eich, Heinrich Böll, Ilse Aichinger, Ingeborg Bachmann und Martin Walser hatten den Preis vor ihm erhalten. Fast alle wichtigen Vertreter der deutschen Nachkriegsliteratur finden sich Mitte der 60er-Jahre unter dem Signum der Gruppe 47, die insgesamt 29 Mal zusammenkam. Aus mittlerweile gehörigem historischem Abstand geben nun zwei neue Publikationen die Möglichkeit, sich die Bedeutung der „Gruppe 47“ noch einmal deutlich zu machen: Helmut Böttiger stellt im Literaturhaus seine umfangreiche Monografie „Die Gruppe 47. Als die deutsche Literatur Geschichte schrieb“ (DVA) vor, der Historiker Dominik Geppert präsentiert die von ihm unter dem Titel „Mittendrin“ (C.H. Beck) herausgegebenen Tagebücher 1966 – 1972 von Hans-Werner Richter. Moderation: Rainer Moritz.

Veranstalter: Literaturhaus. Schwanenwik 38, 19.30 Uhr. Eintritt: 10.- / 8.- Euro.


Lesung und Musik

„Hannah und Albert“

Szenische Lesung mit Iris Bebensee und Peter Lazoni nach Texten „psychisch kranker Autoren“. Musik: Daniel Schenk. Regie: Jean-Francois Quinque.

Veranstalter: Kulturhaus Eppendorf. Julius-Reincke-Stieg 13 a, 20.00 Uhr. Eintritt: 9.-/7.- Euro.


Sternenreise für Kinder ab 6 Jahren

Sternbilder und Legenden der Winternacht

Orionnebel
Orionnebel, Foto: Planetairum Hamburg
Die antiken Griechen identifizierten das uns heute geläufige Sternbild des Orion mit einem großen Jäger, er wird in Horaz' „Oden“, Homers „Odyssee“ und „Ilias“ sowie in Vergils „Aeneis“ erwähnt. Möglicherweise ist der Name des Sternbildes aber auch noch älter als die griechische Mythologie. Vermutet wird, der Name leite sich vom akkadischen Uru-anna, „Licht des Himmels“, ab und sei später von den Griechen übernommen worden. Im Planetarium steht Orion, dessen Sterne in Winternächten besonders prächtig leuchten, auf dem Programm einer abenteuerlichen Geschichte, die international renommierte Trickfilmzeichner auf der Bases des Orion-Mythos geschaffen haben. Erfahren Sie, warum der Jäger Orion an den Himmel versetzt wurde und warum er dem Skorpion jetzt aus dem Wege geht und beide deshalb niemals gleichzeitig zu sehen sind. Die Astronomen des Planetariums machen es dabei kinderleicht, die Sternbilder und Himmelswunder am Winterhimmel zu finden - darunter das Siebengestirn und den Orionnebel. Die sagenhafte Sternenreise findet für alle ab 6 Jahren statt.

Veranstalter: Planetarium. Hindeburgstraße, 11.00 Uhr. Eintritt: 9,50 Euro, ermäßigt: 6,50 Euro