Dienstag, 18.02.2025
Lesung mit Alexander Posch
»Weltgeschichte en miniature«
Alexander Posch, Foto: Tanja Bächlein
Die erste Liebe, ein Familienausflug ans Meer, die lebenslange Freundschaft eines Mannes mit einer Möwe, eine Männerrunde in einer Kneipe, zwei abgebrannte Nobelautos, die nicht entfernt und so allmählich »zu einem kleinen Hype auf Instagram« werden: »Weltgeschichte en miniature« im tiefen Hamburger Osten. Auf den ersten Blick erzählt Alexander Posch in seinen meist nur zwei oder drei Seiten langen Geschichten von alltäglichen Begebenheiten. Doch dann wird da plötzlich ein Mann im Park von Vögeln gefüttert, ein Familienvater von seinen Kindern im »Speckmantel« entdeckt, ein Junge begibt sich auf die »Suche nach der Pforte«, um in eine andere Welt auszubüchsen, aus einem Brunnen erhebt sich ein Glücksdrache und bei Sabine Krabbenbaum, die alleinerziehend als Backwarenverkäuferin in prekären Verhältnissen lebt, sitzt ein riesiges Silberfischchen in der Küche und trinkt Tee. Der heute so verbreitete Realismus in der Literatur wird bei Alexander Posch immer wieder unterlaufen, es ist fast so, als würde er für seine Geschichten mal ein kleineres und mal ein größeres Fensterchen aufmachen, um mit sanfter Ironie zu zeigen, dass es jenseits der Vorstädte, in denen in Deutschland ja fast alle zu Hause sind, jenseits von Rahlstedt, und also irgendwo hinter dem Horizont auch noch eine Welt gibt.
Literaturzentrum im Literaturhaus, Schwanenwik 38, 19.30 Uhr, € 8,–/6,–
Lesung mit Thomas Medicus
Klaus-Mann-Abend
Thomas Medicus stellt seine Biografie über Klaus Mann und das Werk des ältesten Sohnes von Thomas Mann vor, der als einer der wichtigsten Vertreter der deutschsprachigen Exilliteratur gilt. Moderation: Tilman Krause.
Thomas Medicus begleitet Klaus Mann (1906 bis 1949) auf den Stationen seines sehr modernen Lebens – von der behüteten Münchner Kindheit, der Karriere des Dandys in der Weimarer Republik, die der homosexuellen Emanzipation Vorschub leistete, bis zur Emigration in verschiedene europäische Staaten und in die USA. Klaus Mann war ein großer Reisender; irrlichternd zwischen den Kontinenten, publizierte er in ungebremstem Schreibfluss. Ein extremes Leben, immer auch überschattet von Drogen und Ausschweifungen, einem Todeswunsch von früh auf. Dann die Rückkehr nach Deutschland 1945 als amerikanischer GI, schließlich die du?steren letzten Jahre bis zu seinem Freitod in Cannes.
Literaturhaus, Schwanenwik 38, 19.30 Uhr, € 12,–/8,–/Streaming € 6,–
Lesung und Gespräch mit Jörg Bernardy
»Über die Kraft der Einfachheit«
Jörg Bernardy liest aus seinem neuen Buch und lädt zum Philosophieren über das einfache Leben in turbulenten Zeiten.stories! Die Buchhandlung, Straßenbahnring 17, 19.30 Uhr, € 10,–
Kampf der Künste
Best of Poetry Slam
Moderation: Jason Bartsch, Teresa Reichl, David Friedrich.Kampf der Künste im Thalia Theater, Alstertor 1, 20:00 Uhr, ab € 8,–
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