Sonntag, 02.06.2013


Barkassenfahrt mit Jochen Schmidt, Torsten Schulz und Tina Uebel

Literatur Ahoi!

Tina Uebel, Nordwestpassage
Tina Uebel, „Nordwestpassage für dreizehn Arglose und einen Joghurt“, C.H. Beck Verlag
Zu einer Barkassenfahrt bei hoffentlich traumhaftem Sommerwetter in Hamburg treffen sich an diesem Sonntag am Anleger Neumühlen in Oevelgönne Jochen Schmidt, Torsten Schulz und Tina Uebel, um aus ihren im Frühjahr neu erschienenen Büchern vorzulesen: „Schneckenmühle“ heißt der neue Roman von Jochen Schmidt nach einem Ferienlager in Sachsen, in das der 14-jährige Jens im Sommer 1989 reist. Während dem Sozialismus in der DDR große Veränderungen bevorstehen, erlebt Jens „das schreckliche Wunder der Pubertät“ (Stern). „Nilowsky“, der neue Roman von Torsten Schulz, ist nach dem ziemlich eigensinnigen Titelhelden benannt: Er spricht anders, er denkt anders, er lebt in einer anderen Welt. Und Markus Bäcker schaut zu ihm auf. Er ist fasziniert von seinen seltsamen Vorstellungen vom Leben und von der Liebe. Doch ihre Freundschaft wird Markus Bäcker fast zum Verhängnis, als er sich in Carola verliebt, Nilowskys große Liebe. Ihren neuen Roman „Nordwestpassage für dreizehn Arglose und einen Joghurt“ bringt schließlich Tina Uebel mit zu dem Dämmertörn auf der Elbe: Erzählt wird von einer Reise der Hamburger Autorin, die sie im Sommer 2011 auf das Segelboot von Kapitän Wolf Kloss führte. Für drei Monate ist sie mit Kloss entlang der Nordwestpassage gesegelt. In ihrem Buch erzählt sie von den Stürmen, vom Eis, von der greifbar nahen heroischen Historie, von Amundsen, Franklin, Peary, Cook und den anderen, davon, wie es ist, bei minus 30 Grad einen Schlitten zu ziehen oder bei 11 Beaufort zu segeln.

Veranstalter: Literatur Altonale. Ort: Fahrgastschiff MS Commodore, Anleger Neumühlen / Ovelgönne, 19.00 Uhr. Eintritt: 12.-/10.- Euro.


Radtour und Lesung

„Read *n* Ride“

Die beiden Verleger Daniel Beskos und Peter Reichenbach (mairisch Verlag) laden zu einer Radtour ein, die vom Altonaer Balkon in Richtung Jenischpark führen soll. Unterwegs gibt es dann „Lesepausen“, bei denen der im Frühjahr erschienene Sammelband „Die Philosophie des Radfahrens“ vorgestellt wird.

Veranstalter: Literatur Altonale. Treffpunkt: Altonaer Balkon, 15.00 Uhr. Dauer ca. 2 Stunden. Teilnahmebeitrag: 5.- Euro. Bei Regen wird unter www.altonale.de eine Alternative zur Radtour bekanntgegeben.


Buchpräsentation mit Oliver Lück

„Neues vom Nachbarn“

Lück und sein Hund Locke
Oliver Lück und sein Hund Locke, Foto: Oliver Lück
Oliver Lück präsentiert sein Buch über seine Reisen mit einem VW-Bulli, die ihn gemeinsam mit seiner Hündin „Locke“ in 26 Länder führten, wo er u.a. einen Goldsucher traf, einen Chilibauern, einen Weltfußballer, eine Sizilianerin, die gegen die Mafia kämpft und einen Engländer, der im Affenkostüm zum Bürgermeister gewählt wurde.

Veranstalter: Literatur Altonale. Ort: Hafenbahnhof, Große Elbstraße 276, 16.00 Uhr. Eintritt frei.


TeaTime mit Arne Rautenberg und Myriam Keil

„die mundharmonika spielt oh jaja“

Myriam Keil
Myriam Keil, Foto: privat
Zwei neue Gedichtbände stehen auf dem Programm der „TeaTimeLesung“ an diesem Sonntag: „Mundfauler Staub“ ist der Titel von Arne Rautenbergs neuem Gedichtband. Der in Kiel lebende Lyriker, fand Alexander Müller für die Zeitschrift „Rolling Stone“, „schlägt einen derart heiter schwarzseherischen Ton an, dass einem die Knie schlottern und die Gesichtszüge entgleisen“. Etwas weniger spektakulär schrieb Kai-U. Jürgens für die „Kieler Nachrichten“, die Gedichte von Rautenberg hätten „abgründige Züge“. Das liest sich im titelgebenden Gedicht „mundfauler staub“ dann so: „oh jaja der mund wird so faul oh/ jaja die mädchen so fleißig oh jaja/ die mundharmonika spielt oh jaja das/ mundstück wird feurig oh jaja welch ein/ mündungsfeuer nein oh nein dieses/ mündungsfeuer oh jaja die mundtoten/ sind oh jaja die mundmumien sind/ brrr ihr staub ihr mundfauler staub“. Einen ganz anderen Ton schlägt die in Hamburg lebende Myriam Keil mit ihrem im März neu erschienenen Gedichtband „Dezimierung der Einmachgläser“ an: „Texte wie Glaskonserven voller Birnen“, verspricht uns der Horlemann Verlag in seiner Ankündigung, und Gedichte „in einem lakonischen Parlando, in einer von poetischen Finten und Fallen durchsetzten wendigen Sprache“. Das geht dann in Keils Gedicht „Taktung“ so: (…) „du würdest mich nicht erkennen ohne meine/ streunenden katzen, die ich täglich mit mir/ herumtrage. wenn es stürmisch wird zum/ abend hin, lasse ich die fliegen ins haus,/ die fensterläden schlagen in unbekanntem/ takt, nebenan schritte aus einem material,/ das mir niemand beibrachte. es kann nicht/ lange dauern, bis das obst ausgeht wie alles“ (…).
Myriam Keil und Arne Rautenberg lesen im Literaturhaus aus ihren neuen Gedichtbänden.

Veranstalter: Literaturzentrum. Ort: Literaturhaus, Schwanenwik 38, 17.30 Uhr. Eintritt: 7.-/4.- Euro.


Lesung mit Anja Röhl

„Die Frau meines Vaters“

Anja Röhl
Anja Röhl, Foto: Jutta Ditfurth

Ein „Dokument der Zeit- und Mentalitätsgeschichte der frühen Bundesrepublik, erzählt aus der Perspektive eines Mädchens“, kündigt der Nautilus Verlag mit dem Buch „Die Frau meines Vaters. Erinnerungen an Ulrike“ von Anja Röhl an. Die Tochter des Konkret-Verlegers Klaus Rainer Röhl wächst in schwierigen Verhältnissen mit einer Mutter auf, der es als geschiedener Alleinerziehender nicht gelingt, der Tochter Sicherheit im Leben zu geben. Erst die moderne, antiautoritäre zweite Frau ihres Vaters, zu dem sie an den „Papi-Tagen“ geht, bringt ihr Verständnis, Zuwendung und Zutrauen entgegen: Es ist Ulrike Meinhof. Die Dankbarkeit für diese Erfahrung prägt auch die Beziehung von Anja Röhl zu Ulrike Meinhof nach deren Trennung von Mann und Kindern. Anja Röhl bleibt ihr verbunden, besucht sie im Gefängnis, schreibt ihr Briefe, allen Anfeindungen zum Trotz, und obwohl sie Ulrikes politische Positionen nicht teilt. „Die rückhaltlose Subjektivität, mit der Anja Röhl ihre Erinnerungen schildert“, befand Frank Kaspar in einer Kritik für den WDR, „macht ,Die Frau meines Vaters‘ zu einer herausfordernden, oft geradezu körperlich schmerzhaften Lektüre.“ Anja Röhl liest im Frauencafé endlich aus ihrem Buch.

Veranstalter: Frauencafé endlich, Dragonerstall 11, 17.00 Uhr.


Creative Writing im Sommer!

Visionen für die Welt in 20 Jahren

In einem Sommerworkshop im Haus für Jugend Kultur und Stadtteil in Stellingen können Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 19 Jahren Visionen für die Zukunft entwickeln. „Wie stellt ihr euch die Welt von morgen vor? Was könntet ihr selbst in zwanzig Jahren sein? Wie und wo werdet im Jahr 2033 leben?“ Das sind die Fragen, die auf dem Programm stehen und in eine Story, die im Jahr 2033 spielen soll, einfließen werden, aber auch in Bilder, Gedichte oder Rapsongs. Begleitet werden Teilnehmenden von einem Zukunftsexperten und Trendforscher, der erste Ideen zur Diskussion stellt und von zwei Profiautoren. Zum Abschluss findet ein Lesefest statt.

Termin: Sonntag, 23. Juni, 15 bis ca. 18 Uhr, Montag bis Freitag 24. bis 28. Juni, jeweils 11.00 bis ca. 16.00 Uhr mit Mittagspause, Freitag, 28. Juni, ab 17.00 Uhr. Es gibt täglich ein Mittagessen.
Kosten: 25.- Euro pro Teilnehmer.
Anmeldung: Direkt im Haus für Jugend, Kultur und Stadtteil in Stellingen bei Kido Kokoscha oder Bärbel Jöhnk unter Tel.: 040-54 31 28 oder per E-Mail an info(at)hdj-stellingen.de.
Oder bei Literaturmanagement pauw unter Tel.: 040-34 96 26 75, oder per E-Mail an pauw(at)literaturmanagement.eu.
Weitere Infos und Anmeldung auch auf www.fantastischeteens.de.


Lesung

„Literatur im Waschhaus“

Gigi Martin liest aus ihrem autobiografischen Roman „Das Paradies hinter unserer Tür“. Moderation: Peter Schütt.

Veranstalter: Waschhaus. Wesselyring 51, 16.00 Uhr.


Literarischer Spaziergang

„Doch alle Lust will Ewigkeit“

Bei einer Führung an erotische Grabskulpturen auf dem Ohlsdorfer Friedhof präsentieren Dr. Lutz Flörke und Vera Rosenbusch „tödliche Erotik in der Literatur“ von Brentano, Baudelaire, Claudius u.a.

Veranstalter: Hamburger Literaturreisen. Treffpunkt: Ohlsdorfer Friedhof, Hauptgebäude der Friedhofsverwaltung, Parkseite, U/S Ohlsdorf, 14.30 Uhr. Teilnahmebeitrag: 10.- Euro. (Weiterer literarischer Spaziergang auf dem Ohlsdorfer Friedhof: 14.7., 14.30 Uhr.)