Samstag, 20.09.2025
Eröffnung und Blick ins Programm
Harbour Front Literaturfestival 2025
Chimamanda Ngozi Adichie, Foto: Manny Jefferson
Die 1977 in Nigeria als Tochter eines Mathematikprofessors und einer Soziologin geborene Chimamanda Ngozi Adichie gilt als eine der großen Stimmen der Gegenwartsliteratur, als »literarischer Superstar und feministische Ikone« (S. Fischer Verlag). Weltbekannt wurde die Schriftstellerin, die heute in den USA und in Nigeria lebt, mit ihrem 2013 erschienenen, hochpolitischen Roman »Americanah«, der Themen wie Identität und Rassismus in einer globalisierten Welt verhandelt. In diesem Frühjahr ist, nach mehreren Sachbüchern und Essays, der lange erwartete neue Roman »Dream Count« von ihr erschienen. Er erzählt von vier Frauen und ihrer Sehnsucht nach Sichtbarkeit, Liebe und Selbstbestimmung. Zum Auftakt des Harbour Front Literaturfestivals wird Chimamanda Ngozi Adichie (16.00 Uhr, Elbphilharmonie) mit dem zum ersten Mal vergebenen Felix-Jud-Preis für Widerständiges Denken ausgezeichnet und eine Rede halten, die Laudatio spricht Auma Obama. Eröffnet wird der Reigen der Veranstaltungen im Vorfeld der Verleihung von Festivalleiter Joachim Lux und Kultursenator Carsten Brosda. Und im Anschluss präsentiert der Schauspieler Alexander Scheer (20.00 Uhr, Elbphilharmonie) sein musikalisch-literarisches Programm »Heroes«. Zeitgleich gastiert im Centralkomitee Mieko Kawakami mit ihrem neuen Roman »Das gelbe Haus«. Die Lesung mit der gefeierten japanischen Schriftstellerin ist leider längst ausverkauft – so wie viele Veranstaltungen des Festivals.
Einer der Festival-Höhepunkte aus der deutschen Literatur ist die Lesung mit Thomas Melle (21.09., Thalia Gaußstraße, 19.30 Uhr) , der seinen soeben neu erschienenen Roman »Haus zur Sonne« (Kiepenheuer & Witsch) vorstellen wird. Er knüpft mit dem Roman an seine mit großer sprachlicher Wucht und viel Feingefühl für die Abgründe erzählte autobiografische Chronik »Die Welt im Rücken« an, in der er sein Leben mit bipolarer Störung verarbeitet.
Mit einem autobiografischen Text gastiert auch der französische Schriftsteller Édouard Louis (22.09., Laeiszhalle) beim Harbour Front Literaturfestival. Er stellt mit »Der Absturz« (Aufbau) den finalen Band eines Familienfreskos vor, das mit seinem gefeierten Debüt »Das Ende von Eddy« (2014) einsetzt, in dem er von einer Kindheit in Armut in einem kleinen Dorf in Nordfrankreich und vom Aufbruch in ein neues Leben erzählt. In mehreren Büchern hat er daraufhin aus den Lebensverhältnissen seiner Familie erzählt. Zuletzt erschien mit »Monique bricht aus« ein einfühlsames Porträt einer Mutter. Von seinem Bruder, einem ständig scheiternden Träumer und tragischen Phantasten, der in Alkohol- und Spielsucht versinkt, erzählt er in seinem neuen Roman.
Bis zum Monatsende gastieren beim Harbour Front Literaturfestival dann u.a. der weltberühmte Bestsellerautor Dan Brown (24.09., Thalia Theater) , Benjamin von Stuckrad-Barre und Jan Delay (25.09., Laeiszhalle), Julia Engelmann (29.09., St. Pauli Theater) feiert die Buchpremiere ihres Romandebüts »Himmel ohne Ende«, und Raoul Schrott (30.09., Planetarium) lädt mit seinem »Atlas der Sternenhimmel« zu einer ganz besonderen literarisch-kosmischen Reise.
Eröffnung des Harbour Front Literaturfestival 2025, Elbphilharmonie - Großer Saal, Platz der Deutschen Einheit, 16.00 Uhr, € 32,–
Alle Veranstaltungen und Tickets unter harbourfront-hamburg.com
Buchdruckwerkstatt
»Satz und Druck«
In der Buchdruckwerkstatt des Museums der Arbeit lüften Mitarbeiter des Museums oder ehemalige Setzer und Drucker die Geheimnisse der »Schwarzen Kunst«.Museum der Arbeit, Wiesendamm 3, 14.00 bis 15.00 Uhr, Museumseintritt, https://shmh.de
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