Ausnahme Zustand
Ella Carina Werner, Der Untergang des Abendkleides

Montag, 24.02.2020


Buchpremiere mit Nora Gantenbrink

»Dad«

Nora Gantenbrink
Nora Gantenbrink, Foto: Tamina-Florentine Zuch
Nach ihrem grandiosen Erzählband »Verficktes Herz« präsentiert die Hamburger Journalistin und Autorin Nora Gantenbrink ihr Romandebüt »Dad«, in dem sie von einem Hippie-Vater erzählt und gleichzeitig eine Reise in das Deutschland der 60er, 70er, 80er, 90er und Nullerjahre, in die Maghreb-Staaten und in viele Winkel Asiens unternimmt.

Die Ehe der Eltern, den Vater, die Wurstwarendynastie, aus der er stammte – das alles gibt es nicht mehr. Geblieben sind Geschichten von Drogentrips. Oder wie «Dad» als Student angeschossen wurde. Von großen Abenteuern. Und dem einen, das kein happy end hat, der HIV-Infektion, die er von einer seiner Reisen mitgebracht hat. «Mein Vater ist seit zehn Jahren tot, als ich ein blassblaues Notizbuch nehme und DAD vorne drauf schreibe. Das ist der Anfang.» Dies ist eine Geschichte über Freundschaft, Liebe, Sucht und Sehnsucht und über eine junge Frau, die versucht zu verzeihen.

cohen + dobernigg Buchhandel im Uebel & Gefährlich, Feldstr. 66, 20.00 Uhr, € 16,– (AK), € 12,–


Lesung mit Isabel Bogdan

Laufen, laufen, laufen

Isabel Bogdan, Foto: Heike Blenk
Mit ihrem Romandebüt »Der Pfau« hat Isabel Bogdan vor zwei Jahren eine turbulente Komödie vorgelegt, die in ihrem Mix aus gekonntem Understatement und skurrilem Humor very British ist und schnell zum Bestseller wurde. Von einem ganz anderen Tonfall wird ihr neuer Roman »Laufen« (Kiepenheuer & Witsch) getragen. Es ist der atemlose Monolog einer Frau, die sich in ihrem Leben neu erfinden muss. Im Rahmen der Benefiz-Reihe »Lesungen im Ledigenheim« stellt Isabel Bogdan ihren Roman vor.

Ich kann nicht mehr«, sagt die Erzählerin zum Auftakt eines Laufs, zu dem sie sich nach Jahren wieder einmal aufgerafft hat. Schon während sie sich daraufhin nach einem Grund fragt, der ihr gestatten könnte, nach nur wenigen Schritten wieder nach Hause zu traben, ist man mittendrin, in diesem Parcours aus existenziellen Hindernissen, der auf den folgenden 200 Seiten zu überwinden sein wird. Und es ist sofort klar, dass der Eingangssatz über allem schwebt, was die Erzählerin macht. Da läuft eine nicht zum Spaß, etwa um schlanker oder fitter zu werden, es ist auch nicht einfach irgendeine Krise, die sie bald bei jedem Wetter raustreibt, sondern »in Wahrheit ist es zu Ende«, ihr »Leben in Scherben«. Um diese Scherben kreisen ihre Gedanken beim Laufen, obwohl sie vor allem darauf hofft, endlich nicht mehr daran denken zu müssen, was ihr passiert ist. Erzählt wird davon in einem inneren Monolog, der sich zuerst noch oft direkt an einen Lebensgefährten richtet. Er hat sich das Leben genommen. Isabel Bogdan leuchtet in ihrem Monolog die manchmal kleinen und oft großen Abgründe aus, die sich für die Erzählerin daraufhin öffnen, von der ersten Krisenintervention bis zu den Versuchen, wieder ein neues Liebesleben zuzulassen. Was den Text bis in den finalen Lauf trägt, ist die Unerschrockenheit und Direktheit, mit der dieser Selbstrettungstrip eine unfassbare Situation beschreibt, die sonst stets im Verborgenen bleibt, weil wir nur dann darüber sprechen, wenn wir selbst davon betroffen sind.

Ros e.V. im Ledigenheim, Rehhoffstr. 1–3, 19.00 Uhr, Eintritt frei, Spenden erwünscht


Lesung

»Feeling close to you«

Bianca Iosivoni liest aus ihrem Roman.

Thalia Buchhandlung in der Europa Passage, Ballindamm 40. 20.15 Uhr


Vortrag und Gespräch

»Das Schloss«

Impulsvortrag und Gespräch über die Inszenierung von Franz Kafkas Roman am Schauspielhaus mit der Dramaturgin Sybille Meier und dem Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Michael Niehaus.

Schauspielhaus und Katholische Akademie im Schauspielhaus, Kirchenallee 39, 19.00 Uhr, € 9,–/6,–


Offene Werkstatt

Buchdruck

Die Offene Werkstatt hat eine lange Tradition und ist besonders beliebt bei allen, die das Museum bei der Arbeit erleben wollen. Ehemalige Setzer und Drucker sowie angelernte Kolleginnen und Kollegen geben einen Einblick in ihren früheren Arbeitsalltag im Grafischen Gewerbe und helfen bei der Herstellung eigener kleiner Drucksachen.

Museum der Arbeit, Wiesendamm 3, 18.00 bis 21.00 Uhr, Museumseintritt plus Materialkosten