Samstag, 31.01.2026
Lesung und Musik mit Sonja Szylowicki und Bernd Butz
»Ich schreib für Dich und jedes Wort aus Liebe«
Helga und Ilse Aichinger 1925, Foto: Heinrich Zinram © Privatbesitz, Ruth Rix
Die Zwillingsschwestern Helga und Ilse Aichinger werden 1921 in Wien geboren. Nach dem »Anschluss« Österreichs an Nazideutschland 1938 gelten die Schwestern ihrer jüdischen Mutter wegen als »Halbjuden«. Die Familie bereitet sich auf die Emigration nach England vor, doch nur Helga gelingt mit einem Kindertransport im Sommer 1939 die Flucht. Der Krieg bricht aus und Ilse muss in Wien zurückbleiben.
Die Briefe der Schwestern und Ilses Tagebücher zeugen vom Schmerz der erzwungenen Trennung und von der Entrechtung und Verfolgung der Juden in Wien. Onkel und Tante werden deportiert, auch die Großmutter – vor Ilses Augen. Ein Wiedersehen mit der geliebten Zwillingsschwester wird immer ungewisser. Dann endet der Krieg, doch der Antisemitismus bleibt. Und ebenso die Sehnsucht – bürokratische Hürden machen ein Wiedersehen noch weitere zwei Jahre unmöglich. Unter widrigsten Umständen schreibt Ilse ihren ersten Roman »Die größere Hoffnung«, eins der wichtigsten Werke der österreichischen Nachkriegsliteratur. Schließlich, nach acht Jahren Trennung und unerschütterlicher Hoffnung, sehen die Schwestern einander wieder.
TONALi-Saal, Kleiner Kielort 8, 19.30 Uhr, € 24,–/12,–
Lesung mit Sonja Eismann
»Candy Girl – Sexismus in der Musikindustrie«
Sonja Eismann, Foto: Juliette Moarbes
In einer so wütenden wie lehrreichen Mischung aus Analyse und Abrechnung zeigt Sonja Eismann, wie tief Sexismus und Ageismus in die Musikindustrie eingeschrieben sind, wie wir als Konsument:innen den male gaze erlernt und verinnerlicht haben, wie Missbrauch und Pädosexualität in fast allen Szenen und Genres akzeptiert werden. Sie schreibt über alte Männer, die minderjährige Sängerinnen sexualisierte Songs performen lassen, über die scheinbare Unmöglichkeit eines richtigen Alterns, sexistischen Musikjournalismus, Superstars wie Taylor Swift, Beyoncé oder Peaches, über Feminizide in Songlyrics – und natürlich über Beispiele der selbstbewussten Aneignung, des Widerstands, der wütenden Mittelfinger gegen das Musikpatriarchat.
Kampnagel, Jarrestr. 20, 19.30 Uhr, € 8,–
Lessingtage 2026
Eröffnungsrede mit Jagoda Marinic
Jagoda Marinic, Foto: Steffen Prößdorf
Die Frage, wie Gesellschaften sich ›re-demokratisieren‹ können, durchzieht die Lessingtage – und nimmt in Jagoda Marinics Worten ihren Anfang. Eine Einladung, gemeinsam von Erfahrungen zu lernen, Perspektiven zu öffnen und zu hören, was Freiheit heute bedeutet.
Thalia Theater, Alstertor 1, 18.00 Uhr, € 11,–/7,–
Marionettentheater
»Der gestiefelte Kater«
Thomas Zürn hat den gestiefelten Kater für das klassische Marionettentheater inszeniert und gemeinsam mit Diana Skoda in Szene gesetzt. Sie präsentieren mit ihren kunstvoll gestalteten Marionetten das bekannte Volksmärchen in einer ursprünglichen, komödiantischen und zeitlosen Form mit Live-Musik. Die Musik zum Stück komponierte die Hamburger Komponistin Christine Brückner. Für Erwachsene und Kinder ab 4 Jahren.Mit seinem letzten Geld schenkt ein armer Müllersohn seinem scheinbar gänzlich nutzlosen Kater nicht nur ein paar Stiefel sondern auch sein Vertrauen. Der zeigt ihm dann mit List und Witz den Weg ins große Glück. Der Müllersohn und sein geerbter Kater, der sinnbildlich für positive Lebensenergie und Lebensfreude steht, durchleben gemeinsam diesen Weg: Loslassen – sich selbst vertrauen – sich aufrichten – den Selbstwert finden – sich für Gerechtigkeit und Freiheit einsetzen – den bösen Zauberer (das alter ego des Katers) besiegen, um am Ende das Glück in Form von Liebe und Reichtum zu finden.
Jenisch Haus, Baron-Voght-Straße 50, 14.30 Uhr, € 20,–/15,–, Reservierungen, Info und Termine im Überblick: Marionettentheater Thomas Zürn, Tel. 0175-3824929, t.zuern(at)marionetten-spieler.de, marionetten-spieler.de.
Buchdruckwerkstatt
»Satz und Druck«
In der Buchdruckwerkstatt des Museums der Arbeit lüften Mitarbeiter des Museums oder ehemalige Setzer und Drucker die Geheimnisse der »Schwarzen Kunst«.Museum der Arbeit, Wiesendamm 3, 14.00 bis 15.00 Uhr, Museumseintritt, https://shmh.de
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