Veranstaltungen

Donnerstag, 07.11.2019


Nora Bossong und Jáchym Topol

»Kein Ende der Geschichte«

Nora Bossong auf dem Blauen Sofa der Leipziger Buchmesse 2017
Nora Bossong, Foto: Heike Huslage-Koch
Zu Gast in der Reihe »Gebundenes Leben«, in der Autorinnen und Autoren Denkanstöße zur Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft Europas geben, sind im Literaturhaus Nora Bossong und Jáchym Topol, die beide zentrale gesellschaftliche Probleme der Gegenwart in ihren Romanen thematisieren.

Für die Erzählerin in »Schutzzone« (Suhrkamp Verlag), den neuen Roman von Nora Bossong, beruht der hauchdünne Firnis der Zivilisation allzu oft nur auf Fortschritten, die »wir zu sehen meinen«, weil wir sie sehen wollen oder vielleicht auch müssen, wenn wir in Konflikten und Krisensituationen weiter verantwortlich handeln wollen. Sie hinterfragt den Sinn von Diplomatie und die Legitimation internationaler Organisationen wie der UN, die von den Rechtspopulisten aller Länder gegenwärtig in Frage gestellt werden. Als »politischer Gegenwartsroman« wurde »Ein empfindsamer Mensch« des tschechischen Schriftstellers Jáchym Topol auch in der deutschen Kritik hochgelobt. Der Roman spielt 2015 und schickt eine Künstlerfamilie entlang der großen politischen Konfliktlinien der Gegenwart auf eine Reise durch Europa. Dabei geraten ins russisch-ukrainische Kriegsgebiet, treffen Gérard Depardieu, klauen ihm seinen BMW und machen sich auf den Heimweg nach Böhmen. Ihre Odyssee führt durchs »Labyrinth der Welt«, ins »Lusthaus des Herzens« und durch einen Kontinent, der wieder Mauern hochzieht und sich in nationalistische Träumereien verkriecht, während die Suche nach dem Sinn menschlichen Daseins und der eigenen Identität immer weitergeht.
Moderation: Gabriele Wodelko.

Körber-Stiftung und Literaturhaus im Literaturhaus, Schwanenwik 38, 19.30 Uhr, € 12,–/8,–


13. Hamburger Krimifestival

»Der Fuchs«




Er war der jüngste Pilot der Royal Air Force, bevor er als Journalist von den Brennpunkten der Weltpolitik berichtete und schließlich mit einem Paukenschlag seine Karriere als Autor begann: „Der Schakal«, Frederick Forsyths 1972 erschienener Debütroman, wurde ein Weltbestseller. In den letzten Jahrzehnten folgten fast zwanzig politische Thriller des Krimigroßmeisters, denen gemeinsam ist, dass sie tatsächliche mit fiktiven Ereignissen verbinden. Frederick Forsyth stellt zum Krimifestival zusammen mit dem Schauspieler Joachim Król seinen neuen Kriminalroman »Der Fuchs« vor, in dem er von einem jungen Hacker erzählt, der die Sicherheitssysteme der Großmächte knackt.

Die meisten Waffen tun, was man ihnen befiehlt. Die meisten Waffen hat man unter Kontrolle. Aber was ist, wenn die gefährlichste Waffe der Welt keine intelligente Rakete oder ein Tarnkappen-U-Boot oder gar ein Computerprogramm ist? Was ist, wenn es ein Siebzehnjähriger ist, der die Sicherheitssysteme von Staaten knackt, der Verteidigungssysteme manipulieren kann, so dass sie sich gegen die Supermächte selbst richten? Und was würde man unternehmen, um seiner habhaft zu werden? Eines ist klar: Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit, denn er darf nicht in die falschen Hände gelangen.
Kampnagel, K2, Jarrestr. 20, 20.15 Uhr, € 17,–


Lesung mit Julya Rabinowich

»Hinter Glas«




Für ihr erstes Jugendbuch »Ich: Dazwischen« (Hanser Verlag) wurde die in Wien lebende Schriftstellerin Julya Rabinowich vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis und dem »Luchs«. In diesem Jahr hat die Bestsellerautoin nun nachgelegt, im Lesesaal stellt sie »Hinter Glas«, ihr neues Jugendbuch vor. Es erzählt die Geschichte von Alice, die vor der Tyrannei ihres Großvaters zu Niko flieht, ihrer großen Liebe. Von ihm erhofft sie sich Geborgenheit und Halt. Sie verbringt einen Sommer voller Freiheit mit ihn, doch dann verändert sich alles. »Ein Jugendbuch«, hieß es im WDR, »das man mit 17, 27 oder 37 lesen kann (…). Ein intensives und überraschendes Leseerlebnis«. Moderation: Stephanie Krawehl.

Lesesaal Buchhandlung & Café, Stadthausbrücke 6, 19.30 Uhr, € 10,–


13. Hamburger Krimifestival

»Best-of des deutschen Krimis«

Drei Autoren, die in den vergangenen Jahren mit dem Deutschen Krimipreis ausgezeichnet wurden, lesen aus ihren neuesten Romanen: Friedrich Ani lässt in »All die unbewohnten Zimmer« gleich vier seiner Ermittler antreten, um zwei Morde aufzuklären, die größte Aufmerksamkeit erregen, weil sie gesellschaftliche und politische Debatten vor allem am rechten Rand über die unfähige Polizei, Flüchtlingskinder, Ost- und Westdeutschland und, »das System« anfachen. Einen politischen Hintergrund hat auch der neue Roman von Max Annas, der in der DDR spielt: In »Morduntersuchungskommission« ermittelt ein Oberleutnant aus Gera im Todesfall eines jungen Mannes aus Mosambik. Die Indizien deuten auf ein rassistisch motiviertes Verbrechen hin. Einen klassischen Krimi stellt schließlich Ulrich Ritzel vor: In »Die 150 Tage des Markus Morgart« tritt der gescheiterte Schriftsteller Lukas Gsell einen international agierenden Investor kennen, nachdem der bei einem Selbstmordversuch eine Amnesie erlitten hat. Gemeinsam treten sie Reise an, die ihn zurück in sein Leben finden lassen soll. Moderation: Tobias Gohlis.

Kampnagel, K1, Jarrestr. 20, 19.00 Uhr, € 17,–


Lesung

»Draußen gehen«

Christian Sauer stellt sein Buch über das Gehen als Inspirationsquelle vor und unternimmt mit seinen Gästen eine abendliche Exkursion.

cohen + dobernigg Buchhandel, Sternstr. 4, 20.15 Uhr, € 12,–


Lesung mit Burghart Klaußner

»Vor dem Anfang«




Der Schauspieler Burghart Klaußner liest aus seinem Debüt als Romancier, das »leidenschaftlich unprätentiös« (Simon Strauss, »FAZ«), »ohne Pathos und ohne echte Helden« (Julia Westlake, »NDR«) von einer unfreiwilligen Schicksalgemeinschaft in den letzten Stunden im April 1945 erzählt, bevor alles vorbei ist. Der Krieg. Das Gebrüll und Geschrei, die Befehle und die Angst.

Burghart Klaußner erzählt in seinem Romandebüt von zwei Männern, die es geschafft haben, den Krieg zu überleben, indem sie den Kopf unten hielten. Und die es auf den letzten Metern dann doch noch kalt erwischt: Sie erhalten den Auftrag, die Geldkasse ihrer Einheit ins Reichsluftfahrtministerium zu bringen. Nach Berlin-Mitte – einmal quer durch die zerschossene Stadt. Und das einzige Beförderungsmittel, das sie haben, sind ihre klapprigen Fahrräder. »Vor dem Anfang« ist die Geschichte einer unfreiwilligen Schicksalsgemeinschaft zweier Menschen, die unterschiedlicher kaum sein könnten, aber plötzlich aufeinander angewiesen sind, auf Gedeih und Verderb. Und Fritz hat einen Plan: sich durchschlagen bis zum Wannsee, wo sein Segelschiff, auf dem er sich verstecken will, bis der Sturm vorüber ist.

Literarisches Café im Christianeum, Otto-Ernst-Str. 34, 20.00 Uhr


13. Hamburger Krimifestival

»Schwedisches Paar-Duell«

Zwei Paare aus Schweden versprechen Hochspannung: Roman Voosen und Kerstin Signe Danielsson lesen aus ihrem aktuellen Thriller »Schneewittchensarg«, Cilla und Rolf Börjlind lesen aus ihrem Krimi »Wundbrand«. Deutscher Text: Sandra Quadflieg. Moderation: Anouk Schollähn.

Kampnagel, K2, Jarrestr. 20, 18.00 Uhr, € 16,–


13. Hamburger Krimifestival

»Nichts wird dir bleiben«

Christian Kraus liest aus seinem Psychothriller. Moderation Volker Albers.

Kampnagel, KMH, Jarrestr. 20, 18.30 Uhr, € 11,–


13. Hamburger Krimifestival

»Morden im Norden«

Das Land ist flach, die Abgründe dafür umso tiefer, jedenfalls in den Geschichten, die Anette Hinrichs, Hannes Nygaard, Krischan Koch und Klaus-Peter Wolf in ihren Krimis erzählen. Gemeinsam ist ihnen, dass sie im Norden spielen, in einem Küstenort an der deutsch-dänischen Grenze, in Ost- und Nordfriesland, in Büsum und in Hamburg, wo die Belegschaft der »Hidde Kist« ins Großstadtrevier gerät. Moderation: Frank Keil.

Kampnagel, K6, Jarrestr. 20, 20.15 Uhr, € 17,–


Lesung

»Couchsurfing in China«

Stephan Orth liest aus seinem Buch seine Reise durch das Reich der Mitte.

Dr. Götze Land und Karte, Alstertor 14-18, 19.00 Uhr, € 10,– (inkl. Snacks & Getränken), Anmeldung erforderlich unter Tel.: 040-3574630, E-Mail: veranstaltung@landundkarte.de


Vortrag und Gespräch

»Ratlose Freundschaft?«

Podiumsdiskussion über »Deutsche und US-Amerikaner zwischen Partnerschaft und Entfremdung«.

Bucerius Kunst Forum, Alter Wall 12, 20.00 Uhr, Eintritt frei, um Anmeldung unter http://www.zeit-stiftung.de/anmeldung/ratlose-freundschaft wird gebeten