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Kurzgeschichten-Wettbewerb für junge Autor*innen

»Uns geht‘s ja noch gold« ist das Thema eines Kurzgeschichten-Wettbewerbs, den die Hamburger Autorenvereinigung (HAV) ausgeschrieben hat. Der Wettbewerb ist offen für Autor*innen der Jahrgänge ab 1985, die in deutscher Sprache schreiben und mit drei Preisen zu 6.000, 2.500 und 1.500 Euro dotiert. Eingereicht werden können Erzählungen (keine Berichte, Reportagen, Essays u.ä.) von höchsten 5 Seiten (1.880 Zeichen inkl. Leerzeichen pro Seite, kein Blocksatz). Einsendeschluss ist der 30. April 2021.
Weitere Infos und Bewerbungsadresse: www.hh-av.de

Bewerbungsstart für den Deutschen Verlagspreis 2021

Kleine und unabhängige Verlage aller Sparten können sich ab sofort für den Deutschen Verlagspreis bewerben. Vergeben wird er in drei Kategorien an bis zu 66 Verlage, die sich durch ein außergewöhnliches Programm, durch besonderes kulturelles Engagement, durch innovative Projekte oder die herausragende Qualität ihrer verlegerischen Arbeit auszeichnen. Insgesamt stehen Preisgelder in Höhe von 1,38 Millionen Euro zur Verfügung.
deutscher-verlagspreis.de

Katrin Seddig erhält den Hubert-Fichte-Literaturpreis 2020

Die Schriftstellerin Katrin Seddig wird für ihr literarisches Werk mit dem Hubert-Fichte-Preis 2020 ausgezeichnet. Die Preisverleihung wurde vom 8. März 2021 auf den 9. September 2021 verlegt und findet im Literaturhaus Hamburg statt. Katrin Seddig, 1969 in Strausberg geboren, lebt und arbeitet seit ihrem Philosophiestudium in Hamburg. In ihren Romanen «Runterkommen» (2010), «Eheroman» (2012), «Eine Nacht und alles» (2015) und «Das Dorf» (2017) erzählt sie von Freundschaft, von Familie und der Zerbrechlichkeit des Glücks. In ihrem vielgelobten, neuen Roman »Sicherheitszone« (Rowohlt Berlin) verknüpft sie die größeren und kleineren Lebensdramen einer Hamburger Familie zu einem berührenden Gesellschaftspanorama der Gegenwart im Brennspiegel des G20-Gipfel in Hamburg.
www.hamburg.de

Zukunftsprämie für unabhängige Hamburger Verlage vergeben

Es ist ein kräftiger Boost für die Hamburger Verlagsszene, mit dem die Behörde für Kultur und Medien in der Corona-Pandemie wirtschaftliche Einbußen abfedern und die Vielfalt des Publizierens in Hamburg gewährleisten möchte: 155.00 Euro wurden zum Jahresende 2020 als Zukunftsprämie an unabhängige Hamburger Verlage ausgezahlt. »Davon profitieren neben den Verlagen die Autorinnen und Autoren und nicht zuletzt wir alle als Leserinnen und Leser, nicht nur in Hamburg«, kommentierte Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien, die 20 Zukunftsprämien, die in abgestuften Preisgeldern zu 15.000, 10.000 und 5.000 Euro von einer unabhängigen Fachjury vergeben wurden. Bewerben konnten sich ausschließlich unabhängige Hamburger Verlage mit einem Jahresumsatz von maximal zwei Millionen Euro. Eingereicht und von einer unabhängigen Fachjury begutachtet wurden 47 Verlagsprogramme aus der Hamburger Verlagsszene. Es ist geplant, dass Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien, die Preisurkunden am 21. Juni 2021 auf einem Verlagsfest überreicht.
www.hamburg.de

»Grenzenlos«

Es war eine im Verhältnis zu England und Frankreich relativ kurze Zeitspanne, in der Deutschland von den 1880er Jahren bis zum Ersten Weltkrieg aktiv Kolonialpolitik betrieb und immerhin noch zur drittgrößten Kolonialmacht der Welt aufstieg. Jahrzehnte nach der Unabhängigkeit der afrikanischen Kolonien des Deutschen Kaiserreichs, steht das koloniale Erbe seit einiger Zeit im Zentrum einer zuweilen erbittert geführten Debatte. In Hamburg wird seit Monaten über das Bismarck-Denkmal über den Landungsbrücken diskutiert, Kritiker fordern sogar den Abriss des mächtigen Standbildes im alten Elbpark, mit der Begründung, dass dem Wegbereiter des deutschen Kolonialismus nicht länger das größte Denkmal Hamburgs gewidmet sein sollte. Für eine differenzierte Auseinandersetzung mit dem Thema empfiehlt sich ein Besuch im Museum für Arbeit, das die Ausstellung »Grenzenlos. Kolonialismus, Industrie und Widerstand« über Hamburg und seine koloniale Geschichte zeigt. Tatsächlich war Hamburg eines der wirtschaftlichen Zentren des Kolonialismus in Europa, denn viele der Waren und Rohstoffe aus den Kolonien wurden über den Hamburger Hafen angeliefert und in der Hansestadt auch gleich weiterverarbeitet. Die Sonderausstellung wird bis zum 11. April 2021 gezeigt.
shmh.de

K.-H. Zillmer-Verlegerpreis 2020

Alle zwei Jahre vergibt die Karl-Heinz Zillmer-Stiftung einen mit 20.000 Euro dotierten Verlegerpreis an eine Person des literarischen Lebens, die sich besonders mutig und mit großem persönlichen Engagement um die Literatur verdient gemacht hat. 2020 geht der Preis an Dirk Rehm vom Berliner Verlag Reprodukt. Seit seiner Gründung 1991 veröffentlicht Reprodukt Comics und Graphic Novels. Heute erscheinen in dem Verlag rund 40 Titel jährlich. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf Werken von Zeichner*innen und Autor*innen aus der Berliner und Hamburger Szene u.a. von Anke Feuchenberger, Sascha Homer, Line Hoven, Kathrin Klingner, Lukas Jüliger, Andreas Michalke oder Barbara Yelin. Die Preisverleihung findet am 2. November im Literaturhaus Hamburg statt.

www.kulturstiftung-hh.de

Buchpreis HamburgLesen

Zum achten Mal hat die Staats- und Universitätsbibliothek am 23. Oktober den Buchpreis HamburgLesen für einen Titel vergeben, der sich in herausragender Weise mit dem Thema Hamburg befasst. Aus einer Vorschlagsliste mit 200 »Hamburgensien«, die ein Mitarbeiter-Team der Staatsbibliothek erstellt hat, wurden von einer Auswahlkommission 31 herausragende Publikationen in die Longlist aufgenommen. Eine Expertenkommission hat daraus sieben Titel für die Shortlist gekürt, die im August bekanntgegeben wurde. In das Finale zum Buchpreis haben es u.a. die Biografie »Unsterblich« (Heyne) von Tim Pröse über Jan Fedder geschafft, ebenfalls unter den Finalisten waren Ralf Langes Buch über »Die Hamburger Speicherstadt« (Dölling und Galitz) und Thomas Schmidts Stadtführer »Was grünt und blüht in Hamburg« (Junius).Zum Gewinner gekürt wurde das vom thede e.V. in der Assoziation A herausgegebene Buch »Eiffe for President«. Der aufwendig gestaltete Band enthält zahlreiche Fotos, die Sprüche von Eiffe, dem vermutlich ersten Graffiti-Writer Deutschlands sowie Essays u.a. von Mererid Puw Davies, Jorinde Reznikoff und Christoph Twickel Graffiti-Kunst. Die Verleihung kann man sich im Live-Stream anstehen.

hamburglesen.de

ZIEGEL Speed Dates und Lesebühne ZIEGEL als Videoclips

In einer Art literarischer Prozession sind im vergangenen Jahr beim »ZIEGEL« Speed Dating der literatur altonale Hamburger Autor*innen und ihr Publikum in Ottensen von Ort zu Ort und von Lesung zu Lesung gezogen. In diesem sind die Speed Dates mit Autor*innen des aktuellen Hamburger Literaturjahrbuchs nun in Videoclips erschienen. Simone Buchholz ist für eine Lesung auf den Altonaer Balkon gekommen und Friederike Gräff ins Studio, Sebastian Stuertz streift lesend durch den laubgrünen Volkspark, Frank Schliedermann liest auf der Terrasse der Kulturetage und Leona Stahlmann in der Requisite des Kurzfilm Festival Hamburg. Realisiert wurden die Clips für »altonale digital« in Kooperation mit der University of Applied Sciences unter der Leitung von Maike Mia Höhne. Ebenfalls in Videoclips wurde die beliebte Lesebühne Hamburger ZIEGEL realisiert, die alljährlich im Rahmen der Veranstaltungsreihe »Sommer in der HafenCity« stattfinden: Simone Buchholz, Nora Gantenbrink, Friederike Gräff, Sven Lenz, Daniel Mellem, Sonja Roczek, Malte Schiller, Frank Schliedermann und Nicolas Stille sind zu Lesungen in die HafenCity gekommen, die aufgezeichnet wurden. Veröffentlicht wurden die Clips auf einer eigens von HafenCity eingerichteten Website:
altonale.de/altonale/altonaledigital/ziegel-speed-dates/
sommer.hafencity.com


Siegfried Lenz Preis 2020 an Ljudmila Ulitzkaja

Die russische Schriftstellerin Ljudmila Ulitzkaja erhält den Siegfried Lenz Preis 2020. Der Preis wird alle zwei Jahre verliehen und ist mit 50.000 Euro dotiert. Die feierliche Preisübergabe findet am Freitag, den 19. März 2021 im Hamburger Rathaus statt. Überreicht wird der Preis vom Ersten Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg und der Siegfried Lenz Stiftung. Am Vorabend der Preisverleihung wird Ljudmila Ulitzkaja in der Freien Akademie der Künste zu Gast sein.

Die Siegfried Lenz Stiftung ehrt mit Ljudmila Ulitzkaja eine bedeutende Schriftstellerin Russlands. Ihre Romane und Erzählungen spiegeln die Tragödie des 20. Jahrhunderts, die Epoche der Gewaltherrschaft und des Genozids. Die vielfältigen und vielschichtigen Figuren ihrer erzählerischen Welt kämpfen ums Durchkommen, ums Überleben. Manche glauben an Gott, andere an sich selbst, und alle hoffen sie auf Menschlichkeit. Ulitzkaja entwickelt aus diesen Schicksalen ein grandioses Gewebe, das Gegenwart und Vergangenheit miteinander verbindet, das Religiöse mit dem Politischen, das Gesellschaftliche mit dem Persönlichen. Ihre weit gespannte Erzählkunst ist multiperspektivisch, sie bezieht reale und fiktive Dokumente ebenso ein wie die Biografie der Autorin. Denn Ulitzkaja, Jahrgang 1943 und in Moskau aufgewachsen, ist jüdischer Herkunft, und sie hat sich als Kritikerin der Putin-Regierung mehrfach unbeliebt gemacht.

Mit dem Siegfried Lenz Preis sollen internationale Schriftstellerinnen und Schriftsteller ausgezeichnet werden, die mit ihrem erzählerischen Werk Anerkennung erlangt haben und deren schöpferisches Wirken dem Geist von Siegfried Lenz nah ist.

Die bisherigen Preisträger des Siegfried Lenz Preises waren der Israeli Amos Oz, der Engländer Julian Barnes und der Amerikaner Richard Ford. Für Siegfried Lenz war nicht allein die anglophone Welt von Bedeutung, sondern auch die Welt seiner ostpreußischen Herkunft. Auch deshalb hat die Jury sich dafür entschieden, diesmal eine Autorin aus dem osteuropäischen Kulturraum auszuzeichnen.

Auf die Nachricht von der Zuerkennung des Siegfried Lenz Preises reagierte Ljudmila Ulitzkaja geehrt und schrieb: „Ich möchte der Jury des Siegfried Lenz Preises meinen tiefsten Dank ausdrücken für eine derart bedeutende Würdigung meines literarischen Werks. Ich bin zutiefst berührt und geehrt, Gewinnerin dieses Preises zu sein, der nach Siegfried Lenz benannt ist, einem Schriftsteller mit enormer Zivilcourage, höchster Ehrlichkeit und gründlichem Verständnis für eine untrennbare Verbindung zwischen unserer Vergangenheit und Gegenwart. Es ist eine große Freude und ein Privileg für mich, zu so angesehenen, weltbekannten Autoren wie Amos Oz, Julian Barnes und Richard Ford gezählt zu werden. Ich sende Ihnen meinen herzlichen und aufrichtigen Dank und hoffe, Sie alle ganz bald in Hamburg zu sehen.“

»Hörstoff Hamburg«

»Vielfalt statt Mainstream, unabhängig und inspierend«, das ist das Motto unter dem Hamburger Buchhandlungen seit einigen Monaten einen Podcast über die »Welt der Bücher« produzieren. Jeden Monat geben Buchhändler*innen einer anderen Buchhandlung Tipps für spannende Lektüren, Veranstaltungen und mehr.
hoerstoff-hamburg.podigee.io

»Flandziu« zum Thema »Was vergessen wurde«

Mit einem schönen Entree eröffnet die in Hamburg erscheinende Zeitschrift »Flandziu - Halbjahresblätter für Literatur der Moderne« ihre Ausgabe zum Thema »Was vergessen wurde«: Nora Gomringer erinnert sich in ihrem Liebes- und Trennungsgedicht »… die Pflanze zu fragen …« zum Auftakt an einen »Hibiskus« mit einer großen Aufgabe, Friedhelm Rathjen widmet sich unter dem Titel »Fagottn Müllodies« einer Schlagerstelle bei Arno Schmidt und Jürgen Egyptien bringt das Heftthema in dem Vierzeiler »Ohne Worte« auf den Punkt: »Ich traf auf einer Fete / ein Mädchen namens Lethe / Ich war auf sie versessen / - den Rest hab ich vergessen«. Doch auch sonst ist das etwa 250 Seiten umfassende »Flandziu« eine reiche Fundgrube an lesenswerten Texten.

Birigt Recki erklärt »Was eine Zeitlang vergessen werden sollte: Schönheit«, der Herausgeber Jürgen Klein empfiehlt in einer begeisterten Kritik von Paolo Rumiz´ »Via Appia« (Folio Verlag) sich »auf die Suche nach einer verlorenen Straße« zu begeben, Nancy Hünger lässt für den Dichter-Kollegen Heinz Czechowski »Die Testamente im Wind flattern« und Ulrich Fries erklärt »Wie Max Horkheimer und Theodor Adorno das erste Mal verabsäumten, Walter Benjamin das Leben zu retten – und seitdem aller immer noch tun, als wäre es nicht so gewesen«.

»Flandziu« kostet € 12,–, ist im Hamburger Shoebox House Verlag erschienen und im Buchhandel oder direkt beim Verlag erhältlich.
www.shoeboxhouse-verlag.de

»urlässig«

Nach den Themen »Akute Langwaffen« und »Wertekind« gibt die dritte Ausgabe der von Jonis Hartmann, Nathalie Keigel, Sascha Preiß und Marie-Alice Schultz herausgegebenen Hamburger Literaturzeitschrift »tau« sich »urlässig«. Begleitende Künstlerin der aktuellen Ausgabe ist Hannah Sophie Dunkelmann, Textbeiträge gibt es u.a. von Martin Felder, Pedro Lenz, Andreas Münzner, Katha Schulte und Clara Werdin.
tau-texte.de

»Altona Magazin« zum Thema Literatur

Die aktuelle Ausgabe des mit »Reportagen aus Hamburgs Westen« halbjährlich erscheinenden »Altona Magazins« ist zum Thema Literatur erschienen. Den »Lebenspuren« so berühmter Schriftsteller wie Hans Henny Jahnn, Siegfried Lenz, Hubert Fichte, Heinrich Heine oder Detlev von Liliencron folgt Kai-Uwe Scholz; einen Streifzug durch die literarischen Schauplätze in Altona und den Elbvororten unternimmt Jürgen Abel; von der »Kulturlagune« Altonas, wie Peter Rühmkorf zu sagen pflegte, dem Fischer- und Lotsendörfchen Oevelgönne, erzählt Kai-Uwe Scholz, während Angela Kalenbach zum Hausbesuch in der Ausstellung »Laß leuchten!« bittet, die das Altonaer Museum noch bis zum Sommer dem Dichter Peter Rühmkorf widmet. In weiteren Beiträgen wird der Writers‘Room in der Stresemannstraße vorgestellt, die Buchhandlungen des Viertels, die Bücherhalle, und es gibt Porträts des Krimiautors Robert Brack und der Kinderbuchautorin Stefanie Taschinski. Illustrationen zu dem Magazin hat Kamilla Joergensen aus Aarhus beigesteuert, die »Artist in Residence« bei der Altonale im letzten Jahr war.
www.altonale.de/altona-magazin

»Flandziu« zum Thema »Offene Gesellschaft und ihre Feinde«

Die neue Ausgabe von »Flandziu«, der von Jürgen Klein in Hamburg herausgegebenen »Halbjahresblätter für Literatur und Moderne«, führt mitten hinein in die zentrale gesellschaftspolitische Debatte der Gegenwart: Es geht um Populismus, die neue Rechte und den fundamentalen Angriff auf die liberale Gesellschaft und ihre Errungenschaften. Gregor Gysi ist mit seinem Vortrag »Triumph des Populismus« ebenso unter den Autoren wie Wolfgang Kubicki, der sich in einer Bundestagsrede vom 22. Februar 2018 zu einem AFD-Antrag äußert, in dem der Bundesregierung unterstellt wird »den Fall Yücel sonderbehandelt« zu haben. Und von Margarete Stowkowski darf man noch einmal nachlesen, wie es zur Absage ihrer Lesung Ende 2018 in der Buchhandlung Lehmkuhl in München kam. Ergänzt werden gesellschaftspolitischen Beiträge um Gedichte von u.a. Ingeborg Bachmann und Rüdiger Görner, im »Kaffeesatz« von Wolfgang Wicht hat sich 2018 ganz deutlich »der Name Karl Marx abgezeichnet«, Nancy Hünger ruft uns »Vorsicht, Sippenhaft!« zu und Raimar Zons liefert »Bei- und Nachträge zum Lesen«.
»Flandziu« kostet € 12,–, ist im Hamburger Shoebox House Verlag erschienen und im Buchhandel oder direkt beim Verlag erhältlich.
shoeboxhouse-verlag.de