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Signieraktion mit Hamburger Comiczeichner:innen

Strips & Stories, der Buchladen für Graphic Novels, veranstaltet zu Weihnachten wieder eine große Signieraktion mit über 20 Hamburger Zeichner:innen, die ihre Bücher nicht nur signieren, sondern sie auch einer kleinen Zeichnung und einer persönlichen Widmung versehen. Mit dabei sind so erfolgreiche Zeichner:innen wie Eva Müller, deren neue, autofiktionale Graphic Novel »Scheiblettenkind« soeben bei Suhrkamp erschienen ist, oder Birgit Weyhe, die als beste deutschsprachige Comickünstlerin mit dem Max und Moritz-Preis 2022 ausgezeichnet wurde und mit ihrer neuen Graphic Novel »Rude Girl« (Avant Verlag) bei den Hamburger Literaturpreisen in der Shortlist zum »Buch des Jahres« steht. Zwei großartige Debüts in der Signierliste sind: »Anna« (Avant Verlag) von Mia Oberländer und »Es gibt nur uns« von Moritz Wienert. Neben aktuellen Comics und Graphic Novels werden natürlich auch Titel aus der Backlist signiert und liebevoll selbstproduzierte Hefte von u.a. Helena Baumeister, Jul Gordon und Sascha Hommer sind ebenfalls Teil des Programms.
Es lohnt sich also unbedingt mal auf der Website von Strips & Stories oder direkt im Laden in der Wohlwillstraße 28 in St. Pauli vorbeizuschauen, wo die Bücher vorgestellt werden. Bestellungen sind bis 5. Dezember möglich – und die Bücher können natürlich auch verschickt werden.
strips-stories.de

»Um alles in der Welt«

Welche künstlerischen Positionen und Erzählungen entstehen, wenn eine Normalität unterbrochen wird und die Herausforderungen auf vielen globalen Ebenen größer scheinen denn je? Was sind die common grounds, auf die wir uns beziehen können – in einer Zeit, in der wir unser Zusammenleben mit Blick auf Klima, Pandemie, Ungleichheit und Krieg gestalten müssen? Das sind die Ausgangsfragen der 14. Ausgabe der »Lessingtage« am Thalia Theater, die vom 25. Januar bis 12. Februar wieder internationale Gastspiele, Vorträge, Konzerte und Performances präsentieren. Der Vorverkauf läuft seit Anfang November.

2023 dreht es sich bei den Lessingtagen im wahrsten Sinne des Wortes »Um alles in der Welt«. Das Programm hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Disparatheit und Kontraste der Welt abzubilden, in der das Schöne und das Hässliche, Krieg und Frieden auf nahezu unerträgliche Weise parallel existieren – eine Welt im Ausnahmezustand. Zu entdecken sind neue Künstlerinnen und Künstler wie auch aktuelle Arbeiten von alten Bekannten am Thalia Theater. Erstmals zu Gast sind der italienische Regie-Star Romeo Castellucci, der uns in »Bros« mit dem berühmten Milgram-Experiment konfrontiert: Wieviel bzw. wie wenig braucht es, unsere humanen Ansprüche aufzugeben und sie in Richtung Gewaltbereitschaft zu verschieben? Ein visionär vor dem Krieg entworfener Abend über Macht, Gewalt und Mechanismen des Krieges, ästhetisch perfekt inszeniert zwischen Bildender Kunst, choreographischem Theater und Installation. Der New Yorker Taylor Mac, nominiert für den Pulitzerpreis und Preisträger des International Ibsen Award, zeigt »A 24-Decade History of Popular Music«, eine Gegenerzählung zur Geschichte der USA aus der Perspektive marginalisierter Gruppen. Gefeiert als eines der Theaterereignisse des Jahrzehnts, kommt das ursprünglich 24-stündige Werk in einer eigens für Hamburg geschaffenen Abendversion ans Thalia Theater: ein ausgelassener Crashkurs in amerikanischer Kultur und queerer Grandezza.
Yael Ronen kehrt mit einer schrägen musikalischen Revue über Kunst und Macht in einer postfaktischen Gesellschaft zurück: »Slippery Slope – Almost a Musical« erzählt mit viel Witz von #Metoo-Debatten und Identitätspolitik. Das estnische Künstlerduo Ene-Liis Semper und Tiit Ojasoo, das zuletzt »Hänsel & Gretel« mit Till Lindemann (Rammstein) als skurrile Horrorshow am Thalia Theater inszeniert hat, sprengt mit »72 Days«, die Grenzen zwischen Performance, Choreografie und Theater.
Ein Wiedersehen gibt es mit der dänischen Grenzgängerin Madame Nielsen, die erstmals bei den Lessingtagen 2022 mit der spektakulären Show »Die Welterlöserin« zu Gast war. In ihrer neuen Produktion »The Silver Dollar Duke. A Transformance« nimmt sie die Menschheit, zusammen mit ihrem musikalischen Partner Sailor Simon Toldam, mit auf eine Reise in den mentalen, klanglichen und szenischen Weltraum der legendärsten Hits von David Bowie.

https://www.thalia-theater.de

Trauer um Anne von Canal

Die Hamburger Autorin und Übersetzerin Anne von Canal ist am Donnerstagmorgen »nach schwerer Krankheit im Alter von 49 Jahren verstorben«. Das gab der Hamburger mareverlag bekannt. Die 1973 in Hüttental/Siegen geborene Schriftstellerin war nach einem Studium der Skandinavistik, Germanistik und Anglistik zehn Jahre lang im Verlagswesen tätig, bevor sie sich selbst dem Schreiben widmete. Bei mare erschienen ihre Romane »Der Grund« (2014) und »Whiteout« (2017), der Inselband »Mein Gotland« (2020) und zuletzt zusammen mit Heikko Deutschmann der Briefroman »I Get a Bird« (2021). »Mit ihrer Lebendigkeit, ihrem Lachen, ihrem Widerspruchsgeist und ihrer Herzlichkeit hat sie den Verlag und unser Leben unendlich bereichert«, schreibt der mareverlag auf seiner Internetseite. Anne von Canal wurde 49 Jahre alt.

Kirche, Klerus, Kodizes

Bücher haben ihre eigenen Schicksale! Dieses Sprichwort aus einem antiken Lehrgedicht trifft in besonderem Maße auf eine Reihe einzigartiger handgeschriebener Stücke zu, die die Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg bewahrt, erforscht und digitalisiert. Die Ausstellung "Kirche, Klerus, Kodizes", die Handschriften aus der hiesigen Katharinenkirche präsentiert, bietet nun einen Einblick in Schatzkammer und Werkstatt der Stabi gleichermaßen. Der ehemalige Bibliotheksbestand der Kirche gelangte 1923 als Schenkung in die Stabi. Im Rahmen eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projektes wurden die Handschriften nun wissenschaftlich erschlossen.
Die Ausstellung zeigt handgeschriebene Bücher, die aus dem 15. und 16. Jahrhundert stammen, für den liturgischen Gebrauch geschrieben wurden und herausragenden Buchschmuck aufweisen. Eine umfangreiche Briefsammlung und Handschriften aus dem 16. bis 18. Jahrhundert erzählen zudem aus dem historischen Geschehen ihrer jeweiligen Zeit. Weitere Kodizes, die im Rahmen des Projektes untersucht wurden, berichten von besonderen Schicksalen: Für einen bestimmten Ort und Zweck geschrieben, verloren sie ihre Bedeutung, wurden verkauft und gelangten über verschiedene Wege nach Hamburg, gingen im und nach dem Krieg erneut auf Reise und kamen schließlich durch glückliche Fügungen wieder in die Hansestadt zurück.
Die Ausstellung wird im Ausstellungsraum im Erdgeschoss der Staats- und Universitätsbibliothek noch bis zum 15. Dezember gezeigt. Öffnungszeiten: Mo.-Fr. 9.00-24.00 Uhr Uhr, Sa.-So. 10.00-24.00 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Buchpreis »HamburgLesen«

Zum zehnten Mal vergibt die Staats- und Universitätsbibliothek am 4. November den Buchpreis HamburgLesen für einen Titel, der sich in herausragender Weise mit dem Thema Hamburg befasst. Aus einer Vorschlagsliste mit 180 »Hamburgensien« wurden von einer Auswahlkommission 31 herausragende Publikationen in die Longlist aufgenommen. Eine Expertenkommission hat daraus sieben Titel für die Shortlist gekürt. In das Finale zum Buchpreis hat es die »Eine Stadt wird bunt« geschafft, die »Hamburg Graffiti History 1980-1999«, aber auch »Stand und Fall«, das Buch über »das Wissmann-Denkmal zwischen kolonialer Weihestätte und postkolonialer Dekonstruktion«, Frank Göhres »Die Stadt, das Geld und der Tod«, Harriet Dohmeyers »Hallo Hamburg«, Reiner Lehbergers »Helmut Schmidt am Klavier«, die »Sounds of Hamburg«, ein Buch über »die Musik der Stadt« von 1960 bis 2020 und »Das Haus des Paul Levy. Rothenbaumchaussee No 26« von Michael Batz.
hamburglese.de

Mitmachen beim Märchen-Schreibwettbewerb 2022!

Auch in diesem Jahr heißt es fu?r alle Hamburger Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Klassen wieder: Zückt die Stifte, lasst eurer Kreativität freien Lauf und bringt ein eigenes Märchen zu Papier! Gemeinsam mit der Behörde für Schule und Berufsbildung laden 18. Hamburger Märchentage (Lesefest am 03.11.) wieder zum Märchen-Schreibwettbewerb ein. Passend zum Thema der Märchentage »Märchen von der Kraft der Natur« lautet das Motto: »Unsere unvergessliche Reise durch die schönsten Winterlandschaften«. Das Siegermärchen wird bei der Veranstaltung »Märchen im Michel« des Hamburger Abendblatts im Dezember 2023 in der St. Michaelis-Kirche vorgelesen.
(Die Märchen sollen maximal fünf DIN A4-Seiten lang sein. Gut lesbar muss auf jedem Märchen Name, Anschrift und Telefonnummer der Autorin / des Autors stehen sowie Name und Anschrift der Schule, der verantwortlichen Lehrkraft und die Klasse. Möglich sind Einzel- und Gruppenarbeiten. Bei digitalen Einsendungen bitte das Dokument mit Namen der Autorin / des Autors und Märchentitel versehen!)
Einsendeschluss für den Wettbewerb 2022 ist der 17. Januar 2023.
Einsendungen bitte an: Hamburger Märchentage e. V. (Stichwort „Märchen-Schreibwettbewerb 2022“), per Post an Postfach 20 31 18, 20221 Hamburg oder per Mail an info@hamburger-maerchentage.de
Weitere Infos: www.hamburger-maerchentage.de

K.-H. Zillmer-Verlegerpreis 2022 an Leif Greinus

Alle zwei Jahre verleiht die Karl-Heinz Zillmer-Stiftung den mit 20.000 Euro dotierten K.-H. Zillmer-Verlegerpreis an eine Person aus der Verlagsbranche, die sich besonders mutig und mit großem Engagement um die Literatur verdient gemacht hat. 2022 geht der Preis an Leif Greinus von Voland & Quist, der sich mit seinem Programm besonders für junge, urbane Literatur einsetzt. Die Preisverleihung findet am 21. November im Literaturhaus Hamburg statt. Da 2020 keine Preisverleihung stattfinden konnte, wird in diesem Jahr auch der Verlegerpreis 2020 an Dirk Rehm von Reprodukt mit verliehen. Der Senator für Kultur und Medien, Carsten Brosda, spricht ein Grußwort des Senats.
Interessierte können sich bei der Hamburgischen Kulturstiftung für die Preisverleihung anmelden.
veranstaltungen@ kulturstiftung-hh.de

YOUtopia-Camp »Kraft-Akt«

In den Hamburger Herbstferien vom 17. bis 22. Oktober gibt es im Schauspielhaus ein tolles Ferienangebot für alle zwischen 12 und 18 Jahren. Eine Woche treffen sich beim YOUtopia-Camp unter dem Motto »Kraft-Akt« unterschiedliche Workshop-Gruppen zu einem gemeinsamen Thema und erarbeiten einen Präsentation, die auf der Großen Bühne des Schauspielhauses vorgestellt wird. Die Teilnahme ist kostenlos.
https://www.schauspielhaus.de/de_DE/youtopia

Siegfried Lenz Preis 2022 an Elizabeth Strout

Alle zwei Jahre vergibt die Siegfried Lenz Stiftung in Hamburg den internationalen Siegfried Lenz Preis. Preisträgerin 2022 ist die amerikanische Schriftstellerin Elizabeth Strout, wie die Stiftung im Juli bekanntgab. Der Preis ist mit 50.000 Euro dotiert und wird am 30. September in einer Feierstunde im Hamburger Rathaus überreicht. Am Vorabend der Preisverleihung wird Elizabeth Strout auf Einladung von NDR Kultur zu Gast im Rolf-Liebermann-Studio des Norddeutschen Rundfunks sein.

Mit dem Siegfried Lenz Preis sollen internationale Schriftstellerinnen und Schriftsteller ausgezeichnet werden, die mit ihrem erzählerischen Werk Anerkennung erlangt haben und deren schöpferisches Wirken dem Geist von Siegfried Lenz nah ist. Die Siegfried Lenz Stiftung ehrt mit Elizabeth Strout, 1956 in Portland, Maine, geboren, eine herausragende Erzählerin. In Büchern wie „Mit Blick aufs Meer“ (2009 mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet), „Die Unmöglichkeit der Liebe“ oder „Alles ist möglich“ schafft Strout unvergessliche Charaktere wie die Lehrerin Olive Kitteridge und erzählt von Sehnsüchten und Erwartungen, die das Leben selten zu erfüllen vermag. Wie Strouts Figuren im Hier und Jetzt handeln, erklärt sich nicht selten aus dem, was sie in früheren Lebensphasen durchzumachen hatten.

siegfriedlenz-stiftung.org

Sechs Recherchestipendien für Hamburger Literaturschaffende im Herbst 2022 und 2023

Das Literaturhaus Hamburg und die Behörde für Kultur und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg vergeben 2022 und 2023 je drei Recherchestipendien an in Hamburg lebende Autor:innen, Literaturübersetzer:innen und Comiczeichner:innen.

Im Corona-Sommer 2020 haben die Behörde für Kultur und Medien und das Literaturhaus Hamburg unter der Federführung von Dr. Antje Flemming und Dr. Carolin Löher im Junius Verlag den Stadtführer »Raus! Nur raus! – Unterwegs zu Lieblingsorten der Hamburger Literatur« herausgegeben. 53 Autorinnen, Übersetzer, Veranstalterinnen und Buchhändler zeigten in ihren sehr persönlichen Texten die mannigfaltigen Literaturorte der Stadt – darunter die Buchhandlung Lüders, den Silbersack, die U3, den Hammer Park, das Nachtasyl und viele andere. Die bisher mit dem Buchverkauf erzielten Erlöse von 18.000 Euro kommen nun den Hamburger Literaturschaffenden als sechs Recherchestipendien à 3.000 Euro zugute.

Es werden 2 x 3 Stipendien à 3.000 Euro vergeben. Förderungswürdig sind z. B. Rechercheaufenthalte im In- und Ausland, Reise- und Hotelkosten, aber auch Kurse und Weiterbildungen, die als Grundlage für literarische Projekte dienen.

Hier die vollständige Ausschreibung und Bewerbungsadresse:
https://www.literaturhaus-hamburg.de/sites/default/files/web/pdf/Raus!-Nur-Raus!-Stipendien%20Ausschreibung.pdf

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