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Dienstag 12.11.2019


Lesung

Salman Rushdies Ritter von der traurigen Gestalt

Sebastian Krumbiegel
Salman Rushdie, Foto: Rachel Eliza Griffiths
In seinem zuletzt erschienenen Roman »Golden House« hat Salman Rushdie eine vielfach gebrochene Collage unserer Zeit für die Breitleinwand entworfen und gleichzeitig einen Thriller mit höchstem Unterhaltungswert vorgelegt. Mit seinem neuen Roman legt der grandiose Stilist und verschmitzte Gelehrte nun eine klassische Geschichte nach: In »Quichotte« (C. Bertelsmann) schickt er einen Ritter von der traurigen Gestalt auf eine Reise durch die USA. Im Altonaer Theater stellt Salman Rushdie seinen neuen Roman vor.

Es geht um das Postfaktische und Political Correctness, um Identität, Magie und ein Land, das die Realität für ein Parallel-Universum hinter sich gelassen hat. Salman Rushdies Quichotte ist besessen von der »unwirklichen Wirklichkeit« des Fernsehens. Auf der Suche nach einer ehemaligen Bollywood- Schauspielerin, die als TV-Moderatorin in den USA erfolgreich ist, reist er quer durch das Land, auf dem Beifahrersitz Sancho, der imaginierte Sohn, den er sich immer gewünscht hat, aber niemals bekam. Tatsächlich ist dieser Quichotte ein Verkäufer – und die Erfindung des mittelmäßigen Thriller-Autors Sam DuChamp in einer Lebenskrise. In einer ausufernden Grand Tour schickt er seinen Quichotte mitten ins Herz der Finsternis einer Zeit, in der Fiktion und Wahrheit mehr und mehr verschwimmen. Es geht um Vater-Sohn-Beziehungen und Geschwisterstreitigkeiten, um unverzeihliches Handeln, die Liebe, alltäglichen Rassismus, die Opioidkrise, Cyber-Spione, Science Fiction und nicht zuletzt um das Ende der Welt. Salman Rushdie steht mit »Quichotte« in diesem Jahr in der Shortlist für den renommierten Booker-Preis, in Hamburg stellt er den Roman zusammen mit dem Schauspieler Michael Rotschopf vor.

Buchhandlung Heymann im Altonaer Theater, Museumstr. 17, 20.30 Uhr, € 19,–