Veranstaltungen

Donnerstag, 27.09.2018


Lesung mit Richard Ford

Die Welt so sehen, wie sie ist




Es sei »ein Ausdruck von Respekt, wenn man anerkennt, dass man nicht alles weiß«, schreibt Richard Ford in dem zuletzt von ihm erschienenen schmalen Band »Zwischen ihnen« (Hanser Berlin), in dem er sehr liebevoll, zugewandt und aus einer bewusst gewählten Distanz heraus über seine Eltern berichtet und gleichzeitig eine Poetologie autobiografischen Schreibens entwickelt. Sie gipfelt in der Aufforderung, den Blick auf die Eltern als Chance zu begreifen, »die Welt so zu sehen, wie sie ist«. Es ist ein Credo, das sich mühelos auf die Literatur dieses großen amerikanischen Erzählers insgesamt übertragen lässt, der auch in Deutschland schon seit Jahrzehnten ein großes Lesepublikum hat. Im Hamburger Rathaus wird Richard Ford nun mit dem Siegfried-Lenz-Preis 2018 ausgezeichnet. Die Siegfried-Lenz-Stiftung vergibt den mit 50.000 Euro dotierten Preis zum dritten Mal. Vorherige Preisträger sind Amos Oz und Julian Barnes. Am Vorabend der Preisverleihung ist Richard Ford an diesem Donnerstag bei einer Lesung im Thalia Theater zu Gast. Moderation: Denis Scheck.

Thalia Theater, Alstertor 1, 20.00 Uhr, € 18,–/ 12,–/9,–


Lesung mit Deborah Feldman

Eine Geschichte, die sich erzählen lassen wird

Deborah Feldman
Deborah Feldman, Foto: Mathias Bothor
Es ist ein schönes Verb, das noch im 19. Jahrhundert gebräuchlich war, mit dem Deborah Feldman ihr neues Buch überschrieben hat: „Überbitten“ (Secession Verlag). Im Jiddischen heißt das „Iberbetn“, es bedeutet Versöhnen und ist ein innerer Prozess, der in ihrem Buch auf mehreren Ebenen greift und getragen wird von dem machtvollen Impuls der Hoffnung und Sehnsucht, ein neues Leben zu finden. In der Lesesaal Buchhandlung stellt Deborah Feldman ihr Buch vor.

Deborah Feldman wurde 1986 in New York in die Gemeinde der ultraorthodoxen Satmarer Chassidim hineingeboren. Für sie ist das „Iberbetn“ ein alltägliches Ritual: Zwei Menschen bitten einander um Verzeihung mit der gegenseitigen Verpflichtung, sich zu versöhnen. Doch die Satmarer Chassidim glauben auch, dass die Shoah eine Strafe für das allzu weltliche Leben der Juden war und führen ein streng reglementiertes und von allen äußeren Einflüssen abgeschirmtes Leben, um Gottes Zorn zu versöhnen. In ihrem Buch beschreibt Feldman den inneren Prozess der Versöhnung zwischen der Person, die sie als Mädchen und Jugendliche war, mit jener, die sich ein eigenes Leben erobert und dafür den Sprung ins Ungewisse wagt. Feldman sagt sich von ihrer Gemeinde in New York los und reist nach Europa. Auf den Spuren ihrer Großmutter, die Auschwitz und das Konzentrationslager Bergen-Belsen überlebte, reist sie nach Paris, Spanien, Ungarn. Deutschland ist die „unvermeidbar letzte Station“ auf ihrer Reise. Doch gleich nach ihrer Ankunft lernt sie einen „echten Deutschen“ kennen, er heißt Markus und ist „hundertprozentig authentisch, Nachkomme von Nazis“. Mit dieser Begegnung ist nicht nur eine große Auseinandersetzung in Gang gesetzt, Deborah Feldman findet in ihr auch einen Zugang zu Deutschland. Am Ende ist es allerdings eine Stadt, in die sie sich verliebt: Berlin. Seit Ende 2014 lebt sie dort, und sie hat einen langen Kampf um die deutsche Staatsbürgerschaft ausgefochten. Die „einzelnen Fäden“ haben sich mit „Überbitten“ gefügt – für eine Geschichte, die sich erzählen lassen wird.

Lesesaal Buchhandlung, Stadthausbrücke 6, 20.00 Uhr, € 14,– Um Anmeldung wird gebeten. Keine Abendkasse.


Lesung

»Kleiner Mann – was nun«

Hannelore Hoger liest aus den Werken von Hans Fallada. Moderation: Uwe Naumann.

Harbour Front Literaturfestival in der Laeiszhalle, Kleiner Saal, Johannes-Brahms-Platz 1, 20.00 Uhr, € 20,–/17,–/14,–


Krimilesung»Ladies Crime Night«Lesung mit norddeutschen Krimiautorinnen.

Polizeimuseum, Carl-Cohn-Str. 39, 19.00 Uhr, € 10,–


Lesung

»Die bessere Hälfte«

Eckart von Hirschhausen und Tobias Esch lesen aus ihrem gemeinsamen Buch darüber »Worauf wir uns mitten im Leben freuen können«.

Harbour Front Literaturfestival im Hamburg Cruise Center HafenCity, Chicagokai, 20.00 Uhr, € 20,–


»Supernova«

»Krummes Ding am Toten Winkel«

Ina Rometsch und Martin Verg lesen im Rahmen der Reihe mit »Leseabenteuern für alle zwischen 10 und 14« aus »Biberfieber«.

Literaturhaus, Schwanenwik 38, 9.30/11.00 Uhr, Eintritt frei, Anmeldung erforderlich beim Kulturring der Jugend/JIZ unter Tel.: 040-428 23-48 01/-48 27 (Mo–Do 9.00–17.00 Uhr, Fr 9.00–16.30 Uhr)


Poetry Slam

Wortarchitekten Slam

Textmonteure, Wortarchitekten und Satzbauer haben bei diesem Slam fünf Minuten Zeit, um das Publikum für sich zu gewinnen. Moderation: Armin Sengbusch und Tine Wittler.

Parallelwelt, Gärtnerstraße 54, 20.00 Uhr. Eintritt: Hut geht rum. Mit Aftershow an der Künstlerbar.


»Text und Theke«

»Ewig währt am längsten«

Vera Rosenbusch und Lutz Flörke präsentieren im Rahmen der Reihe eine »Reise durch Zeit und Literatur«.

Kulturhaus Eppendorf, Julius-Reincke-Stieg 13 a, 20.00 Uhr, € 5,–