Heute, 21.06.2026
Lesung mit Helene Bukowski
»Wer möchte nicht im Leben bleiben«
Helene Bukowski, Foto: Tobias Kruse
Briefe, Fotos und eine Chronik, die der Vater über seine Tochter Christina verfasst hat, sind »das Geländer« aus Zeugnissen, an dem sich Helene Bukowski für ihren Roman festhält. Die hochbegabte junge Pianistin Christina, von der sie erzählt, hat sich in Neubrandenburg 1985 mit nicht einmal Mitte 20 das Leben genommen. Sie wurde schon als kleines Kind von ihrem Vater gefördert, dem selbst eine Karriere als Opernsänger verwehrt blieb, kam als elfjähriges Mädchen auf eine »Spezialschule« für Musik, studierte am Konservatorium in Moskau. Und litt offenbar an einer schweren Krankheit, für die es damals noch keinen Namen gab, wie Helene Bukowski aus den Aufzeichnungen über Christina schließt.
Doch wie finden das historische Material und die biografische Recherche in eine gültige Erzählung, die sich nicht verklärend oder voyeuristisch über ein Leben wirft, sondern die Risse, Erschütterungen und Augenblicke des Glücks in einer Biografie im historischen Kontext einfängt? Helene Bukowski hat dafür eine persönliche Anrede gewählt, ein »Du«, mit dem sich die Erzählerin an die Seite ihrer Figur stellt, und sie reflektiert immer wieder im Text, dass und vor allem auch, wie sie die Geschichte von Christina erzählt. Durch dieses poetologische Prinzip gelingt ihr eine einfühlsame und authentische Annäherung an eine junge Künstlerinnenkarriere. Die Tragik, die ihr innenwohnt, wird dadurch nicht geringer, als Nachhall der Lektüre von »Wer möchte nicht im Leben bleiben« nimmt man jedoch vor allem mit, wie schön und fast zärtlich Helene Bukwoski von ihr erzählt.
Literaturzentrum im Hotel Wedina, Gurlittstr. 23, 16.00 Uhr, € 15,– inkl. Tee und Gebäck
Literaturclub
»Das große Spiel«
Auf dem Programm des Literaturclubs im Altonaer Museums steht ein virtuos komponierter Roman von Richard Powers, der auf ein kleines, vernarbtes Paradies in Französisch-Polynesien lädt und zu einem furiosen Ausflug in die Welt der Riesenmantas.. Moderation: Brigitte Neumann.Altonaer Museum, Museumstraße 23, 16.00 Uhr, € 15,–, Anmeldungen an: brigitte-neumann@t-online.de
Performative Séance
»Haunted«
Performative Séance mit Amanda Babaei Vieira über Geister, die uns heimsuchen, über das Banale im Monströsen und über die Stimmen, die uns verführen. Regie: Ruby Behrmann und Barbara Schmidt-Rohr.Lichthof Theater im Heine-Haus, Elbchaussee 31, 18.00 Uhr
Ausstellung und Gespräch
»Blutiger Boden. Die Tatorte des NSU«
Zu der Ausstellung mit Bildern von Regina Schmeken trifft sich die Fotografin mit dem Schriftsteller Dinçer Güçyeter zum Gespräch über »Erinnerung, Herkunft und die Frage, wie Kunst und Literatur helfen können, die Tragweite gesellschaftlicher Erfahrungen und historischer Ereignisse begreifbar zu machen«.Altonaer Museum, Museumstr. 23, 11.00 Uhr, Museumseintritt
Szenische Lesung
»Das Kellertheater liest: Heidi Kabel«
Schauspieler:innen präsentieren eine Heidi-Kabel-Lesung.Kellertheater, Johannes-Brahms-Platz 1, 16.00 Uhr, € 17,–/14,–/9,–
Buchdruckwerkstatt
»Satz und Druck«
In der Buchdruckwerkstatt des Museums der Arbeit lüften Mitarbeiter des Museums oder ehemalige Setzer und Drucker die Geheimnisse der »Schwarzen Kunst«.Museum der Arbeit, Wiesendamm 3, 14.00 bis 15.00 Uhr, Museumseintritt, https://shmh.de
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