Sprich mit mir
Norbert Gstreins neuer Roman »Der zweite Jakob«

Heute, 01.03.2021


Literatur in Hamburg
Literatur im Netz

Online-Veranstaltungen

Online-Veranstaltungen
Foto: Jesus Loves Austin, unsplash.com
Live-Events werden vorerst nicht stattfinden können, doch Verlage, Buchhandlungen, Literaturhäuser und Theater sind nicht untätig geblieben und übertragen inzwischen viele Veranstaltungen online. Lesungen finden im Livestream auf YouTube statt, Diskussionsveranstaltungen werden auf Zoom übertragen oder auf dringeblieben.de gestreamt. »Literatur in Hamburg« stellt hier die wichtigsten Literatur-Veranstaltungen der kommenden Tage und Wochen chronologisch vor – mit direktem Link auf die Seite der Online-Veranstaltung.

28.02.2021 | Literatur in Hamburg
Norbert Gstreins neuer Roman »Der zweite Jakob«

»Sag ihnen, wer du bist«

Norbert Gstrein
Foto: Norbert Gstrein, Foto: Oliver Wolf
Er ist einer der großen Erzähler der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur und vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Alfred-Döblin-Preis und dem Uwe-Johnson-Preis. Nach seinen zuletzt erschienenen Romanen »Die kommenden Jahre«, der Geschichte eines Klimaforschers, und »Als ich jung war«, für den er den Österreichischen Buchpreis 2019 erhielt, erzählt Norbert Gstrein in »Der zweite Jakob« (Hanser Verlag) nun die Geschichte eines Schauspielers. Der ist prominent, erfolgreich, ein verdienter Bürger, und gerät kurz vor seinem 60. Geburtstag dennoch mit allem ins Schlingern, was da bisher war und noch kommen soll. Norbert Gstrein stellt seinen Roman am 2. März im Livestream aus dem Hamburger Literturhaus vor.

07.02.2021 | Literatur in Hamburg
T.C. Boyles neuer Roman »Sprich mit mir«

Ein Sechstklässler auf Steroiden

T.C. Boyle
T.C. Boyle, Foto: Jamieson Fry
Haben Affen einen Gott, denken sie über den Tod nach und erhoffen sie sich Erlösung? Das sind einige der Fragen, die T.C. Boyle in seinem furiosen neuen Roman »Sprich mit mir!« (Hanser) aufwirft. Nach »Die Terranauten« (2017), einer bitterbösen Persiflage des Versuchs, eine autarke »Biosphäre« zu erschaffen, und »Das Licht« (2019), das von den Experimenten mit bewusstseinserweiternden Drogen des Hippie-Gurus und Harvard-Professors Timothy Leary erzählt, ist T.C. Boyle erneut auf der Spur einer wissenschaftlichen Untersuchung. Es geht um das Bewusstsein von Tieren, genau genommen um einen Schimpansen, der wie einige seiner Artgenossen in den 1970er- und 80er-Jahren in einer menschlichen Familie ohne Kontakt zu seinen Artgenossen aufwächst. T.C. Boyle stellt seinen Roman am 16. Februar in einer Online-Lesung auf Zoom vor.

05.02.2021 | Literatur in Hamburg
Literatur im Podcast

Tragbare Sendungen

Literatur im Podcast
Foto: Juja Han, unsplash.com
Während der Veranstaltungsbetrieb in den Kulturinstitutionen in Hamburg seit inzwischen bald einem Jahr nur stockend läuft, hat der Podcast-Boom im vergangenen Jahr noch einmal so richtig Fahrt aufgenommen. Bis vor wenigen Jahren richteten sie sich an ein Nischenpublikum, heute gibt es das Fernsehen für die Ohren zu nahezu allen nur denkbaren Themen, ob als Politik-Podcast von Angela Merkel, über »Die Waffeln einer Frau«, die Barbara Schöneberger serviert, oder als »Apokalypse & Filterkaffee«, mit denen Mickey Beisenherz gleich dreimal in der Woche aufwartet. In der Literatur sind die »tragbaren Sendungen« so weit verbreitet, dass das Ranking der besten Literatur- und Buchpodcasts auf »podwatch« inzwischen 100 Ausgaben des vor 20 Jahren als »Audioblogging« gestarteten Formats verzeichnet. Und das ist nur ein Bruchteil all der Literatur-Podcasts, die es inzwischen gibt. Wir haben reingehört und stellen eine (kleine) Auswahl von Literatur-Podcasts aus Hamburg vor.


07.02.2021 | Literatur in Hamburg
Diskussionsreihe über Sorge, Angst und Hoffnung

Wenn es plopp macht, ist alles zu spät

Elsa Koester
Foto: Christian Wiediger, unsplash.com
Auf den ersten Blick wirkt der Begriff ganz undramatisch: Kipppunkt. Er kursiert erst seit einigen Jahren neu in unserem Alltag und beschreibt eine Misere. Ob beim Artensterben, der Klimakrise oder der Corona-Pandemie, stets ist es dieser Punkt, der Angst und Schrecken bereitet, in der Corona-Pandemie etwa durch das Kippen der Ansteckungsrate in ein exponentielles Wachstum. Analysen, bei denen Kipppunkte heraufbeschworen werden, sind heute weit verbreitet, Sorge und Angst gleichzeitig zu Leitbegriffen unserer Gesellschaft geworden. Eine dreiteilige Diskussionsreihe thematisiert die Begriffe und Szenarien im Hamburger Literaturhaus nun aus der Perspektive der Philosophie und Theologie, der Soziologie und Literatur. Nicht zuletzt soll dabei aber auch die Frage ins Zentrum rücken, wie und wo wir Hoffnung finden.

01.02.2021 | Literatur in Hamburg
Mirko Bonnés neuen Roman »Seeland Schneeland«

Im Inneren eines Traums

Elsa Koester
Mirko Bonné, Foto: Bogenberger, Autorenfotos.com
Schon seit seinem Debüt ist das Reisen ein wiederkehrendes Motiv der Romane von Mirko Bonné, doch nie hat er ein so spektakuläres Abenteuer erzählt wie in seinem 2006 erschienenen Roman »Der eiskalte Himmel«. Mit seinem neuen Roman »Seeland Schneeland« legt er nun eine Fortsetzung der Helden- und Lebensreise des Schiffsjungen Merce Blackboro von Shackletons gescheiterter Antarktis-Expedition vor. Der ist noch einmal mit einem Schiffsunglück in Schnee und Eis konfrontiert – und mit großen Lebensfragen, denn um eine fiktionalisierte Katastrophen-Chronik geht es hier nicht, sondern um das Scheitern und das, worauf es wirklich ankommt.

30.01.2021 | Literatur in Hamburg
Elsa Koesters Romandebüt »Couscous mit Zimt«

»Schwarzfuß, wieso heißt das so?«

Elsa Koester
Foto: Susanne Schleyer
In ihrem Romandebüt »Couscous mit Zimt« (Frankfurter Verlagsanstalt) erzählt Elsa Koester die Geschichte der schon klassischen europäischen Sehnsucht nach einer verlorenen Heimat aus der in Deutschland ungewöhnlichen Perspektive der Kolonialgeschichte Frankreichs. Wie sich diese Sehnsucht über Generationen in eine Familiengeschichte einschreibt und auch in der Gegenwart fortwirkt, obwohl sie kaum noch fassbar zu sein scheint, zeigt dieser Roman anhand von drei starken Frauenfiguren.


20.12.2020 | Literatur in Hamburg
Marcel Beyers »Dämonenräumdienst«

Nachricht von der linken Schulter

»Ich sage: Wer Lyrik schreibt, ist verrückt, / wer sie für wahr nimmt, wird es.« So heißt es in dem Gedicht »Hochseil« von Peter Rühmkorf, der seine Kollegen zudem »in höchsten Höhen« herumturnen sah, »selbstredend und selbstreimend / von einem Individuum / aus nichts als Worten träumend«. Ganz so ernst hat Rühmkorf das zwar nicht gemeint, und er hätte sicher auch Joseph Brodsky zugestimmt, der sagte, dass Gedichte »den höchstmöglichen Maßstab für jedes sprachliche Unterfangen« bilden. Dennoch gilt fürs Gedichtelesen und –schreiben wie fürs Verrücktsein zweifellos, dass es ein Minderheitenprogramm ist. Kaum einer beherrscht es so gut wie Marcel Beyer. Es ist eine einzige Eloge, mit der sein neuer Gedichtband »Dämonenräumdienst« (Suhrkamp Verlag) in den letzten Monaten in der Literaturkritik gefeiert wurde.


20.12.2020 | Literatur in Hamburg
Unterwegs zu Lieblingsorten der Hamburger Literatur

»Raus! Nur Raus!«

Strandperle
Einer der literarischen Schauplätze ist die Strandperle am Elbstrand in Oevelgönne, Foto: Tara Wolff

10.12.2020 | Literatur in Hamburg
Michael Maar findet »Die Schlange im Wolfspelz«

Vom richtigen Maß und lustvoller Überschreitung

Maar Michael
Michael Maar, Foto: Isolde Ohlbaum
Der Germanist, Literaturkritiker und Autor Michael Maar ist in seinem neuen Buch »Die Schlange im Wolfspelz« (Rowohlt Verlag) dem »Geheimnis großer Literatur« auf der Spur. Er erzählt von dem einzigartigen Magier Franz Kafka, den großen Stilisten Heimito von Doderer und Thomas Mann, er ruft von Kleist bis Kronauer, von Varnhagen bis Valentin eine ganze Phalanx von Autor*innen auf. Und findet - was sonst: Geschichten über Geschichten, die sich zu einem einzigartigen und sehr unterhaltenden Lehrbuch über deutschsprachige Literatur zusammenfügen.


30.11.2020 | Literatur in Hamburg
Jan Bürgers Hamburger Kulturgeschichte

»Zwischen Himmel und Elbe«

Jan Bürger, Foto: Chris Korner, Deutsches Literaturarchiv Marbach
Für die Hamburger Kultur ist es das ungewöhnlichste Buch des Jahres und ein Ereignis. Es heißt »Zwischen Himmel und Elbe« und ist eine Kulturgeschichte. Geschrieben hat sie Jan Bürger, der am Deutschen Literaturarchiv in Marbach u.a. den Nachlass von Peter Rühmkorf betreut und ein herausragender Kenner der Werke und Biograf des Hamburger Schriftstellers Hans Henny Jahnn ist. Vielleicht gerade weil Hamburg oft und mit prominenter Unterstützung aus dem eigenen Kulturbetrieb als kulturfern gescholten wurde, kommt man mit Bürgers Streifzug mehr und mehr ins Schwärmen. Die zwölf Stationen seiner Kulturgeschichte fügen sich zu einer so gelehrten wie unterhaltenden Gesamtschau einer Kulturmetropole mit zwar sprödem Charme, gleichzeitig aber doch großer künstlerischer Vielfalt und vor allem auch mit Pop.


29.11.2020 | Literatur in Hamburg
Carsten Brosdas »Ausnahme/Zustand«

Notwendige Debatten

Carsten Brosda
Carsten Brosda, Foto: Bertold Fabricius
In seinem im letzten Herbst erschienenen Buch »Die Zerstörung« hat Carsten Brosda das Abrutschen der großen Volksparteien in der Wählergunst analysiert und gefordert, »für den gesellschaftlichen Zusammenhalt« zu streiten. Im Frühjahr hat der Hamburger Senator für Kultur und Medien mit die »Die Kunst der Demokratie« dann ein »verblüffend optimistisches Buch über die kulturelle Gegenwart und zwischen den Zeilen eine Liebeserklärung an Kulturschaffende jedweder Provenienz« (»Spiegel«) vorgelegt. In diesem Herbst nimmt er nun den historischen »Ausnahme/Zustand« (Hoffmann und Campe) durch die Coronakrise in den Blick und umreißt in seinem neuen Buch die zentralen Themen für »notwendige Debatten nach Corona«.